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Wolf erobert nun auch Thüringen - Sichtung am Stadtrand von Jena bestätigt

Wolf erobert nun auch Thüringen - Sichtung am Stadtrand von Jena bestätigt

Der Wolf erobert Mitteldeutschland: Erst kam er nach Sachsen und Sachsen-Anhalt, nun hat sich das in Deutschland lange ausgerottete Raubtier auch nach Thüringen zurück gewagt.

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Der Wolf hat sich nun offenbar auch nach Thüringen zurück gewagt. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Erfurt. 1884 war der letzte Vertreter jener Tierart bei Greiz geschossen worden. Nur etwa 50 Kilometer entfernt, in einem Waldstück am südlichen Stadtrand von Jena, tauchte Canis lupus am 1. November wieder auf. Das Thüringer Umweltministerium bestätigte nun die erste offizielle Sichtung seit 1884, nachdem es eine vorhandene Videoaufnahme von den Experten des sächsischen Wolfs-Büros Lupus prüfen ließ.

"Ich freue mich, dass der Wolf sich nun auch in Thüringen heimisch fühlt. Wir haben ja schon seit einigen Jahren damit gerechnet und uns mit dem Managementplan entsprechend vorbereitet", sagte Umweltminister Jürgen Reinholz der LVZ. Der Mensch müsse keine Angst haben. Das hätten auch die Erfahrungen in Sachsen gezeigt.

Bei vielen Menschen überwiegt die Gelassenheit, doch es gibt auch skeptische Stimmen. "Ich schreie nicht Hurra, ich habe den Wolf nicht bestellt und nicht gewollt", sagte der Vorsitzende des Thüringer Landesverbandes der Schafzüchter, Jens Uwe Otto. Zwar gäbe es Entschädigungen für gerissene Tiere sowie Zuschüsse bei der Anschaffung von Zäunen und Herdenschutzhunden, aber die Schäden durch Fehlgeburten oder gestörtes Fressverhalten nervöser Schafe würden nicht ersetzt. Die Rückkehr des Wolfes könnte nach Ottos Sicht dazu führen, dass noch mehr Schafhalter zur Aufgabe bewogen werden. Nach jüngsten Zählungen gibt es rund 117.000 Muttertiere in Thüringen, fast 20.000 weniger als vor zwei Jahren. Weil die Züchter - wie Jäger und Umweltverbände - am Managementplan des Umweltministeriums mitgearbeitet hatten und in den Verbänden seit Jahren Aufklärungs­arbeit betrieben worden war, traf sie die Nachricht zumindest nicht unvorbereitet. "Es gibt jetzt keine panischen Reaktionen", sagt Arno Rudolph, Zuchtleiter im Schaf- und Ziegenzüchterverband. Zumal der erste bestätigte Riss durch einen Wolf noch aussteht und derzeit völlig unklar ist, ob das Raubtier überhaupt in Thüringen sesshaft geworden ist oder nur - vermutlich aus Sachsen kommend - auf Wanderschaft war.

Spannend ist indes die Frage, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelte. "Ich bin da eher skeptisch", sagt Uwe Müller von der Landesanstalt für Umwelt und Geologie aus Jena und zugleich Wolfsbeauftragter im Freistaat. "Die Videosequenz entstand bei Nacht. Das überzeugt mich nicht ­einhundertprozentig", so Müller. Der Experte ­hätte sich für eine offizielle Bestätigung lieber auf Gen­material wie Kot und Haare oder eine Tageslichtaufnahme verlassen. Indes: In Ostthüringen gab es in den letzten Jahren eine Reihe von angeblichen Wolfssichtungen, aber keine offiziell bestätigte. Auch in Jägerkreisen wurde gemunkelt, dass die Tierart schon früher die Landesgrenzen überschritten haben könnte. Trotz mancher Zweifel ist es nun offiziell: Thüringen hat endlich seinen Wolf.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.12.2013

Thomas Fritz

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