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Wolf unter Jagdrecht: Naturschützer befürchten Nachteile für Luchs, Biber und Co.

Wolf unter Jagdrecht: Naturschützer befürchten Nachteile für Luchs, Biber und Co.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will gegen eine Aufnahme des Wolfes ins sächsische Jagdgesetz notfalls klagen. Entsprechende juristische Schritte würden geprüft, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Montag in Dresden.

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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will gegen eine Aufnahme des Wolfes ins sächsische Jagdgesetz notfalls klagen.

Quelle: dpa

Dresden. Sachsen will den Wolf unter das Jagdrecht stellen, aber ganzjährig schützen. Davon verspricht sich das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium ein größeres Engagement der Jäger beim sogenannten Wolfsmanagement.

Im Freistaat leben derzeit sechs Wolfsrudel mit 33 Tieren. Nach europäischem und deutschem Naturschutzrecht sind Wölfe streng geschützt. Der BUND befürchtet durch das sächsische Vorgehen einen „Dammbruch“ mit negativen Auswirkungen auf andere geschützte Tiere wie Luchs, Biber, Seeadler oder Wildkatze.

Weiger hält Sachsen für das Stammland der Wölfe in Deutschland und sieht den Freistaat deshalb besonders in der Pflicht. Die Pläne der hiesigen Regierung seien eine Zäsur. Der BUND-Chef geht davon aus, dass die Hürden für einen Abschuss niedriger liegen, wenn der Wolf im Jagdrecht aufgelistet ist. Notfälle mit „Problemwölfen“ könnten so leichter geltend gemacht werden. Schon nach jetziger Rechtslage ist es möglich, auffällige oder kranke Wölfe zu schießen.

Naturschützer sind davon überzeugt, dass der Finger künftig lockerer am Abzug sitzt - auch wenn der Wolf formal das ganze Jahr geschützt ist. Weiger sprach am Montag von „Hege mit dem krummen Finger“. Der Landesjagdverband weist solche Darstellungen zurück.

Der BUND hatte am Wochenende eine Umfrage des forsa-Instituts veröffentlicht, wonach 66 Prozent der Deutschen gegen die Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht sind. Dies zeige eindeutig, dass eine große Mehrheit der Deutschen den Wolf nicht als Bedrohung empfinde, erklärte Weiger.

Zugleich pries er ihn als Lockmittel für den Tourismus. 30 000 Menschen kämen jedes Jahr wegen der Wölfe in die Lausitz. Das stärke auch die Wirtschaft, pflichtete der sächsische BUND-Chef Wolfgang Riether bei. „Wenn jedoch der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen wird, passiert das Gegenteil.“ Zugleich versuchte er, Zweiflern die Angst zu nehmen: „Der Mensch ist kein Beutetier des Wolfes.“

Deutschlandweit gibt es derzeit zwölf Rudel. Nach Angaben des Kontaktbüros Wolfsregion Lausitz kamen bei den Rudeln in Sachsen und im Süden Brandenburgs in den vergangenen elf Jahren 169 Welpen zur Welt. Seit 2006 wurden in der Lausitz 22 Wölfe tot aufgefunden, drei davon waren nachweislich erschossen worden. 106 Angriffen von Wölfen fielen 333 Nutztiere zum Opfer, vor allem Schafe. Diese Zahl umfasst neben den getöteten auch die verletzten und verschwundenen Tiere.

dpa

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