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Wolfgang Ipolt zum neuen Bischof im Bistum Görlitz geweiht

Wolfgang Ipolt zum neuen Bischof im Bistum Görlitz geweiht

Die katholischen Bischofsstühle in Berlin und Görlitz sind wieder besetzt. Der neue Erzbischof von Berlin, Rainer Maria Woelki, rief bei seiner Amtseinführung die katholischen Christen auf, sich nicht dem Zeitgeist auszuliefern.

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Erzbischof Rainer Maria Woelki (l.) weiht am 28.08.2011 in der St. Jakobus Kathedrale Wolfgang Ipolt zum neuen Bischof des Bistums Görlitz.

Quelle: dpa

Görlitz. Auch in der Minderheit sollten sie sich deutlich zu ihrem Glauben bekennen, sagte der 55-Jährige beim feierlichen Gottesdienst am Samstag. Einen Tag darauf weihte er Wolfgang Ipolt zum neuen geistlichen Oberhaupt des Nachbarbistums Ostsachsen und Südbrandenburg: Nach knapp einem Jahr der Vakanz ist der Bischofsstuhl in Görlitz damit wieder besetzt.

Bei dem Pontifikalamt in der voll besetzten Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale hatte Woelki zuvor die päpstliche Urkunde zu seiner Ernennung erhalten. Er war zuvor Weihbischof in Köln und folgt auf den Ende Juni verstorbenen Erzbischof, Kardinal Georg Sterzinsky. Woelki, der als Konservativer gilt, war verhältnismäßig schnell auserkoren worden. Am 22. September wird er im Berliner Olympiastadion einen Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI. feiern.

„Wir sind augenscheinlich nicht viele“, sagte Woelki zur Lage der Katholiken - und fügte hinzu: „Das soll und darf uns nicht entmutigen!“ Gleichzeitig warnte er vor innerkirchlichen Reformen, die nicht „dem Geheimnis der Liebe zwischen Gott und Mensch“ dienen. Im Erzbistum Berlin, das sich auch auf Teile Brandenburgs sowie auf Vorpommern erstreckt, leben rund 390.000 Katholiken. Allein in Berlin sind es 313.000.

Es gehe in der Kirche nicht um die Frage ob konservativ, liberal, alt oder neu, „um das sogenannte Zeitgemäße“, sagte Woelki. „Es geht allein um das Wahre und das Christliche für unser Heute!“ Als Vorbilder nannte er den von den Nazis verfolgten Berliner Dompropst Bernhard Lichtenberg (1875-1943) und die Christen in der DDR. Sie hätten sich zu Jesus Christus auch in schwieriger Zeit bekannt. Auch sprach sich Woelki für eine religiöse und an Werten orientierte Erziehung aus.

Seine Berufung hatte in der Multikulti-Stadt Berlin zunächst geteilte Reaktionen ausgelöst. Bedenken wurden laut, ob der Geistliche der geeignete Bischof sei. Zu Woelkis Förderern gehört der konservative Kölner Kardinal Joachim Meisner. Auch dementierte Woelki nach seiner Ernennung, dass er dem umstrittenen Laien- und Priesterorden Opus Dei angehört. Er hat an der dem Orden nahestehenden römischen Universität Santa Croce promoviert.

In Görlitz trat der 57-jährige Thüringer Ipolt die Nachfolge von Konrad Zdarsa an. Dieser war im Oktober 2010 als Bischof nach Augsburg gewechselt, wo sein Vorgänger Walter Mixa wegen Vorwürfen der Gewalt gegen Heimkinder zurückgetreten war. Der in Gotha geborene Ipolt leitete seit 2004 das Priesterseminar in Erfurt, die einzige Ausbildungsstätte für angehende Priester in den fünf ostdeutschen Diözesen. Der Erfurter Bischof Joachim Wanke sprach Ipolt Mut zu, wenn dieser nun seinen Dienst in einem „ausgedehnten Diasporagebiet mit wenigen tapferen Katholiken und weiten Wegen“ antrete.

Das Bistum Görlitz ist mit etwa 30.000 Mitgliedern die zahlenmäßig kleinste unter den 27 Diözesen Deutschlands. Das Gebiet erstreckt sich auf rund 9700 Quadratkilometern entlang der deutsch-polnischen Grenze. „In anderen Bistümern mögen Bischöfe andere Möglichkeiten haben“, sagte Wanke. Das wirkliche Ansehen der Kirche hänge jedoch von Menschen ab, die Solidarität übten und sich für Schwache einsetzten.

dpa

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