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Wütender Protest in Halle – Haseloff verspricht Erhalt von Uni und wird ausgebuht

Wütender Protest in Halle – Haseloff verspricht Erhalt von Uni und wird ausgebuht

Begleitet von wütenden Protesten Tausender Demonstranten hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Mittwoch den Erhalt des Hochschulstandortes Halle zugesichert.

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Begleitet von wütenden Protesten Tausender Demonstranten hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Mittwoch den Erhalt des Hochschulstandortes Halle zugesichert.

Quelle: dpa

Halle. „Halle bleibt unsere größte Universität im Land und das ist gut so“, sagte er auf dem Universitätsplatz der Stadt. Nach Angaben des Veranstalters und der Polizei waren zu der Kundgebung rund 4000 Menschen gekommen, darunter Studenten, Lehrer und Angestellte von Hochschulen sowie Kulturschaffende.

Lautstark machten sie ihren Unmut über den Sparkurs der Landesregierung Luft. Haseloff wurde ausgebuht und als Heuchler beschimpft. Auf Transparenten und mit Sprechchören wie „Wir sind hier und wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“ forderten die Demonstranten den Erhalt der Hochschullandschaft in Sachsen-Anhalt. Diese sei das Aushängeschild des Landes. Zu dem erneuten Protest hatten ein Netzwerk für den Erhalt der Universität in Halle und die Gewerkschaft Verdi aufgerufen.

Es drohen Kürzungen

Sachsen-Anhalt will vor dem Hintergrund von Sparzwängen die Mittel für die Universitäten in Sachsen-Anhalt kürzen. Im Jahr 2025 sollen sie nach den Plänen rund 50 Millionen Euro weniger erhalten als bisher. In Sachsen-Anhalt gibt es 55.000 Studenten, darunter 20.000 an der Universität in Halle.

Standortdiskussionen seien nirgendwo in Kabinettsvorlagen beschlossen worden noch auf der Tagesordnung, sagte Haseloff. Zwischen Halle und Magdeburg seien die Möglichkeiten aber noch lange nicht ausgeschöpft, sagte der Regierungschef mit Blick auf die Zusammenarbeit der Hochschulstandorte etwa im Bereich der Forschung. Er versprach den Demonstranten, ihre Vorschläge zur Diskussion um die Hochschulen ernstzunehmen und sich dazu mit einer Arbeitsgruppe regelmäßig treffen zu wollen.

Diskussion geht weiter

Haseloff sagte aber auch: „Wir müssen trotzdem mit den Realitäten leben wie sie sind. Wir können nur das Geld ausgeben, das wir haben“ - und erntete dafür erneut Buh-Rufe. Der Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Udo Sträter, sagte: „Es ist gut, dass wir weiter reden.“ Allerdings werde es noch einige Diskussionen geben müssen ehe sich die Standpunkte annähern werden.

Die Landesregierung will unterdessen am Donnerstag auf einer Sondersitzung über die künftige Haushaltspolitik beraten. Im Mittelpunkt stehen die jüngste Steuerschätzung und ein Gutachten zur strategischen Ausrichtung des Haushalts. Im laufenden Jahr fehlen derzeit 161 Millionen Euro.

Bereits vor zwei Wochen waren in Halle rund 7000 Menschen gegen die Sparpläne des Landes auf die Straße gegangen. Am kommenden Dienstag wollen Kulturschaffende bundes- und landesweit unter dem Motto „5 vor 12“ gegen Kürzungspläne protestieren und sich auch zu einer Kundgebung in Halle treffen. Der Intendant des Neuen Theaters in Halle, Matthias Brenner, rief die Angehörigen der Hochschulen zur Teilnahme auf. Bildung sei Kultur und Kultur sei Bildung. „Wir sind alle gemeint“, rief er den Demonstranten zu.

Petra Buch, dpa

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