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„Xynthia“ geht langsam die Puste aus – Kaum Schäden in Mitteldeutschland

„Xynthia“ geht langsam die Puste aus – Kaum Schäden in Mitteldeutschland

 Hamburg/Dresden. Das Orkantief „Xynthia“ hat in Sachsen keine gravierenden Verwüstungen angerichtet. „Es ist hier und da mal ein Baum umgefallen.

Größere Schäden gab es aber nicht“, bilanzierte ein Sprecher des Lagezentrums in Dresden. Auch Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Die Deutsche Bahn meldete Verspätungen im Fernverkehr. „Xynthia“ war in der Nacht seit Sonntagabend über den Freistaat hinweggefegt. In Böen erreichte der Sturm Geschwindigkeiten um die 100 Kilometer pro Stunde.

Wegen umgestürzter Masten wurde in der Nacht für eineinhalb Stunden die Bundesstraße 96 zwischen Ebendörfel und Großpostwitz (Landkreis Bautzen) gesperrt. In der Region Chemnitz-Erzgebirge stürzten nach Polizeiangaben Bäume, Verkehrszeichen und Warnbaken um. Auch mehrere Dacheindeckungen wurden vom Sturm fortgerissen. Insgesamt hielten sich die Schäden aber in Grenzen.

Bei der Bahn normalisierte sich der Verkehr im Laufe des Montags langsam wieder. „Wegen der völlig gestörten Betriebsabläufe gestern waren heute Morgen viele Züge und Triebfahrzeugführer nicht an ihren Ausgangsorten“, sagte eine Sprecherin. Das habe dafür gesorgt, dass Züge aus Westen und Südwesten verspätet in Sachsen eintrafen. Im Regionalverkehr seien die Bahnen dagegen „weitgehend störungsfrei und pünktlich gefahren“.

Nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes sollte sich die Lage weiter beruhigen. Auf der Rückseite des Tiefs „Xynthia“ werde kältere Luft nach Deutschland gelangen.

Die Wetterlage sei günstig für die Hochwassersituation in Sachsen, sagte die Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Karin Bernhardt. Die Flüsse seien zwar recht voll, die Lage aber weitgehend entspannt. „Es ist nicht mit einem deutlichen Rückgang zu rechnen, aber auch nicht mit einem weiteren Anstieg.“

Auch in Thüringen ist das befürchtete Chaos ausgeblieben. Umgestürzte Bäume sorgten allerdings überall im Land für gesperrte Straßen.

Am Abend konnte die Autobahn 71 zwischen Ilmenau und Gräfenroda für mehrere Stunden nicht befahren werden. In Suhl deckte der Sturm 400 Quadratmeter eines ehemaligen Supermarktes ab. Am Morgen ist noch mit Problemen auf der B 87 zwischen Bad Berka und Kranichfeld sowie auf der B2 bei Triptis zu rechnen.

Dem Orkantief „Xynthia“ geht auch in anderen Teilen Deutschlands langsam die Puste aus. Der Sturm hatte am Sonntag über Westeuropa gewütet, mindestens fünf Menschen kamen in Deutschland ums Leben, in Frankreich starben wenigstens 45. Es entstanden Millionenschäden. Mittlerweile haben überall die Aufräumarbeiten begonnen.

Nach dem kompletten Stillstand des Eisenbahnverkehrs in Nordrhein- Westfalen wegen des Orkantiefs „Xynthia“ sind die Züge langsam wieder angerollt. Im Nahverkehr müsse vor allem in Nordrhein-Westfalen jedoch mit Verspätungen gerechnet werden. Einige wenige Strecken sind noch komplett gesperrt. Dort setzt die Deutsche Bahn zum Teil Ersatzbusse ein. Das betrifft die Strecke zwischen Grevenbroich und Mönchengladbach sowie den Verkehr zwischen Viersen und Venlo.

Obwohl der Deutsche Wetterdienst vor allem für Mitteldeutschland am späten Sonntagabend Unwetterwarnungen herausgab, blieben fast alle Regionen von enormen Sturmschäden verschont. Am Morgen warnte der Dienst nur noch für das Brockenplateau vor orkanartigen Böen, alle anderen Unwetterwarnungen sind aufgehoben.   

 

Abgeknickte Bäume, abgedeckte Dachziegel, umstürzende Baugerüste, abgerissene Straßenschilder und Stromausfälle - obwohl das Orkantief in der Nacht deutlich an Kraft verlor, hatten die Einsatzkräfte in allen Teilen Deutschlands alle Hände voll zu tun. Noch in der Nacht befreiten Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk die Straßen und Schienen von herabgestürzten Ästen und Bäumen für den morgendlichen Berufsverkehr.

Das Orkantief „Xynthia“ hatte am Sonntag eine Schneise der Verwüstung durch Westeuropa gezogen und mindestens 54 Menschen in den Tod gerissen. In Frankreich kamen 45 Menschen vor allem bei Überschwemmungen an der Atlantikküste ums Leben, wie das Innenministerium nach einer Krisensitzung am Sonntagabend mitteilte. In Deutschland starben mindestens fünf Menschen, meist durch umstürzende Bäume. Hier wüteten die bis zu 166 Kilometer schnellen Böen am heftigsten in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein- Westfalen.   

Im südhessischen Biblis wurde ein Zweijähriger in einen Fluss geweht und konnte nur noch tot geborgen werden. Im Schwarzwald kam ein 74-jähriger Autofahrer ums Leben, bei Wiesbaden ein 69 Jahre alter Wanderer. In Nordrhein-Westfalen starben eine Joggerin und eine Autofahrerin.

Die Europäische Union ist zur Hilfe für die Opfer des schweren Sturms „Xynthia“ bereit. Die EU-Kommission werde Hilfe für die am meisten betroffenen Länder prüfen, erklärte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Sonntagabend in Brüssel. Er bekundete seine Anteilnahme und seine Solidarität mit den Opfern.

dpa

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