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Zahl der Studenten an Sachsens Unis soll sinken – Leipziger Pharmazie bleibt

Hochschulentwicklungsplan Zahl der Studenten an Sachsens Unis soll sinken – Leipziger Pharmazie bleibt

Sachsens Hochschulen mussten in den letzten Jahren Einschnitte hinnehmen. Trotz steigender Studierendenzahlen wurde Personal abgebaut. Ein neuer Hochschulentwicklungsplan sieht nun ein Ende dessen vor. Aber: Studiengänge werden gestrichen, weniger Studenten an den Unis ausgebildet.

Gegen Kürzungen: Protestierende Studenten stimmen in einem Hörsaal ab. (Archivbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Die sächsischen Hochschulen können auf absehbare Zeit ohne Personalabbau planen. „Wenn wir den Hochschulentwicklungsplan auf den Weg bringen, dann ist der ursprünglich geplante Stellenabbau von 754 Stellen an unseren Hochschulen vom Tisch“, sagte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) am Dienstag. Ohne die medizinischen Fakultäten werde die Stellenzahl ab 2017 bei insgesamt 9034 Stellen liegen (2016: 9117). Eine Zusammenlegung von Hochschulstandorten schloss Stange aus.

Die Hochschulentwicklungsplanung solle das Studienangebot und die Forschung noch besser verzahnen, landesweit aufeinander abstimmen und für jeden Hochschulstandort Schwerpunkte setzen, erläuterte Stange. Die Profilierung der Hochschulen gehe weiter und werde geschärft. Die 14 Hochschulstandorte würden erhalten bleiben. Erstmals gebe es einen Katalog der mehr als 1700 Studienfächer an sächsischen Hochschulen. Diese würden flächendeckend abgestimmt. Der Hochschulentwicklungsplan steht jedoch noch unter Haushaltsvorbehalt. Die Finanzierung und damit die auskömmliche Förderung der Hochschulen ist noch nicht gesichert. Derzeit wird der Doppelhaushalt für die Jahre 2017 und 2018 aufgestellt.

Die Konferenz der Sächsischen Studierendenschaften (KSS), die die 105.000 Studenten in Sachsen vertritt, begrüßt grundsätzlich den neuen Plan. “Raubbau an der Bildung stand bisher hoch im Kurs von sächsischen Regierungen“, erklärte KSS-Sprecher Paul Hösler. „Ein ‚Weiter so‘ kann es nicht geben.“ Die Studierenden im Freistaat würden als hohes Gut gehandelt, dennoch sei Sachsens Hochschullandschaft immer wieder von massiven Kürzungen betroffen gewesen.

Zahl der Studenten soll sinken

Die Planung soll in einen auf acht Jahre angelegten Vertrag mit den Hochschulen münden. Auch kleine Fächer sollen erhalten bleiben. Perspektivisch soll die Zahl von derzeit 105 000 Studenten im Freistaat zum Studienjahr 2024/2026 auf 95.000 sinken, da Mittel aus dem Hochsulpakt im Jahr 2023 auslaufen. Wie dieser Rückgang erreicht werden soll, dazu traf das Ministerium keine Aussage. Von der sinkenden Zahl verspricht sich das das Wissenschaftsressort ein bessere Betreuung der Studenten und eine steigende Qualität der Lehre. Von der Reduzierung der Studentenzahlen sind vor allem die Unis betroffen, an den Fachhochschulen soll sich das kaum auswirken. Hier sollen die Zahlen sogar steigen.

Dresden verliert Jura – Leipzigs Pharmazie wird mit Halle zusammengelegt

Die Hochschule Zittau/Görlitz soll die Pflegewissenschaft ausbauen, aber Chemie als Grundlagenfach aufgeben. Beim Lehramt werden die Kapazitäten für Studienanfänger erhöht. Bei Pharmazie ist ein gemeinsamer Studiengang der Universitäten Leipzig und Halle geplant oder aber eine eigenständige Fortführung in Leipzig. Mittweida soll auf Biologie als Grundlagenfach verzichten, aber bei Biotechnologie gestärkt werden.

Die Technische Universität Dresden bedauerte, dass der Bachelorstudiengang Law in Context und der Masterstudiengang Wirtschaftsrecht eingestellt werden. Die Universitätsleitung ging davon aus, dass es keinen vollständigen Abbau der juristischen Kompetenzen am Standort Dresden geben wird, da diese auch in anderen Studienrichtungen benötigt würden. Alle derzeit an der Juristischen Fakultät immatrikulierten Studierenden sollen ihr Studium abzuschließen können, hieß es. Dresden hatte 2004 als einzige Hochschule in Sachsen im Bereich Jura Bachelor- und Masterstudiengänge statt der Staatsexamen eingeführt. Die Juristenausbildung wird in Leipzig konzentriert.

joka mit dpa

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