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Zastrow als FDP-Chef bestätigt - Partei offenbart tiefe Gräben

Parteitag in Glauchau Zastrow als FDP-Chef bestätigt - Partei offenbart tiefe Gräben

Die Vergangenheit habe gezeigt, dass sich Spiele auch drehen könnten, sagt Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow und verweist auf den SDP-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Er ist überzeugt, dass die FDP im September in den Bundestag und 2019 in den Landtag einzieht. Nun geht es darum, eine tief gespaltene Partei wieder zusammenzuführen.

Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow ist vom Comeback der Liberalen überzeugt.

Quelle: dpa

Glauchau. Sachsens FDP hat ihren langjährigen Parteichef Holger Zastrow im Amt bestätigt. Der 48-Jährige entschied damit zugleich einen seit längerem schwelenden Machtkampf innerhalb der Liberalen. Auf einem Landesparteitag der Freien Demokraten bekam Zastrow am Samstag in Glauchau 127 von 240 gültigen Stimmen (52,9 Prozent). Sein Herausforderer Robert Malorny erhielt 101 Stimmen. Acht Delegierte hatten sich enthalten, vier keinem der beiden Kandidaten ihre Stimme gegeben.

Zastrow sprach im Anschluss von einem «Klasse-Ergebnis», das so nicht zu erwarten gewesen sei: «Wir haben eine schwierige Zeit hinter uns.» Man habe ihn mehrfach aufgefordert aufzugeben. «Das mache ich aber nicht, weil ich mir auch Sorgen um die Partei mache und Entwicklungen sehe, die ich nicht für gut halte.» Die FDP sei in einem schweren Fahrwasser. Er glaube aber, dass man sich in den nächsten zwei Jahren bis zur Landtagswahl sortieren könne: «Es muss meine Aufgabe sein, die Partei auch wieder zusammenzuführen.»

Malorny kündigte eine Aussprache mit Zastrow an. Er sei enttäuscht, aber auch zufrieden, dass es nun entschieden sei: «Das Ergebnis haben alle zu akzeptieren. Ich bin mir sicher: Das werden auch alle akzeptieren.» Man müsse künftig wieder mehr miteinander reden. Malorny war bislang stellvertretender Landesvorsitzender. Er ist zudem einer von zwei Dresdner FDP-Bewerbern für die Bundestagswahl. Die Landesliste der Liberalen wird von Torsten Herbst angeführt. Er wurde am Samstag als Generalsekretär der Sachsen-FDP wiedergewählt.

In seiner Rede vor den Delegierten zeigte sich Zastrow vom Comeback seiner Partei überzeugt. Am 24. September werde die FDP in den Bundestag einziehen, 2019 in den Sächsischen Landtag: «Ich lege mich fest.» Die Erfolge der FDP bei den Landtagswahlen in Schleswig- Holstein und Nordrhein-Westfalen führte er auf wiedererwachten Teamgeist zurück. Es sei endlich gelungen, die FDP wieder als Team aufzustellen: «Für uns ist das große gemeinsame Ziel wichtiger, als das Fortkommen einzelner.»

Nach Ansicht Zastrows hat die FDP aus ihrem Scheitern gelernt: «Das schöne deutsche Wort Demut ist Teil unseres Parteiwortschatzes. Wir haben uns geerdet.» In jedem Scheitern, jeder Niederlage stecke eine Chance und eine Erfahrung: «Wenn man die richtigen Konsequenzen zieht, wird man stärker den je zurückkehren. Das ist unser Plan.»

In der Debatte hatten mehrere Delegierte unumwunden für einen personellen Neuanfang plädiert. Zastrow führt die Partei bereits seit 1999. Auch inhaltliche Positionen wurden hinterfragt. Man brauche einen breiten Liberalismus und keine Fokussierung auf das Thema Steuern, hieß es unter anderem.

Die sächsische FDP saß als Juniorpartner der CDU von 2009 bis 2014 in der Regierung und scheiterte dann bei der Landtagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde. Sie erreichte nur 3,8 Prozent der Zweitstimmen. Seither verlor die Partei auch etwa 15 Prozent ihrer Mitglieder. Aktuell liegt die Mitgliederzahl bei knapp 2000.

LVZ

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