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Zehn Jahre nach Flutkatastrophe: Tillich dankt Helfern - Kritik an mangelndes Bewusstsein

Zehn Jahre nach Flutkatastrophe: Tillich dankt Helfern - Kritik an mangelndes Bewusstsein

Erinnerung, Freude und Kritik: Zehn Jahre nach der Hochwasserkatastrophe vom August 2002 haben am Wochenende Menschen in Sachsen der dramatischen Ereignisse gedacht.

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Der Ministerpräsident von Sachsen, Stanislaw Tillich (CDU) nimmt an einer Gedenk-Radtour durch das Müglitztal im Osterzgebirge teil.

Quelle: dpa

Dresden/Lauenstein. Bei einer Radtour durch das Müglitztal bei Dresden dankte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) den vielen freiwilligen Helfern von damals. „Im größten Unglück haben die Menschen in Sachsen Hilfe und Solidarität erfahren“, sagte er am Sonntag - genau zehn Jahre nach Beginn der Naturkatastrophe in Lauenstein (Osterzgebirge). Daran beteiligten sich 235 Einwohner der damals stark zerstörten Region und viele Helfer aus jenen Fluttagen.

Sachsen war im August 2002 mit 21 Toten und Schäden in Höhe von 8,6 Milliarden Euro das mit Abstand am meisten betroffene Bundesland. „Die Flut war eine Krise, aber auch eine Chance für das Land“, sagte Tillich. Der Regierungschef verwies zugleich darauf, dass es trotz aller Bemühungen keinen perfekten Hochwasserschutz geben könne. „Der Mensch kann der Natur keine Grenzen setzen.“ Er verwies jedoch auf die weiterentwickelte Hochwasser-Vorsorge im. Der Freistaat hat für die Beseitigung der Schäden an Gewässern seitdem mehr als 900 Millionen Euro ausgegeben. Bis 2020 sollen insgesamt eine Milliarde Euro in den Hochwasserschutz geflossen sein.

Man könne die Schäden solcher Hochwasser geringer halten, wenn die Nutzung in Flutbereichen verändert und ein umfassendes Meldesystem eingeführt werden, sagte Tillichs Amtsvorgänger Georg Milbradt (CDU) im Deutschlandfunk (Samstag). World Wide Fund For Nature (WWF) und die Umweltschutzorganisation BUND hatten zuvor die Bereitstellung von mehr landwirtschaftlichen Flächen verlangt. Statt mit ökologischem Hochwasserschutz mehr Raum zu schaffen, seien die geschädigte Infrastruktur wiederaufgebaut und Deiche erhöht worden, kritisierten die Organisationen.

Versicherer machten ein mangelndes Problembewusstsein für Hochwasser in Deutschland aus. An der Elbe seien vielerorts Häuser genau da wieder aufgebaut worden, wo sie weggeschwemmt worden waren. Nach einer Naturkatastrophe vergesse man schnell wieder, sagte der Leiter der Geo-Risiko-Forschung der Münchner Rückversicherung, Peter Höppe, dem Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntag). Ein Großteil der Deutschen unterschätze das Risiko, dass ihr Haus oder ihre Wohnung durch Hagel, Starkregen oder Hochwasser beschädigt oder gar zerstört werden könnte, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Umfrage des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Dresdens früherer Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (FDP) sieht die Jahrhundertflut 2002 im Nachhinein auch positiv. „Wenn man es sich für die Stadt insgesamt anschaut, war es ein Segen“, sagte er der „Sächsischen Zeitung“ (Samstag). Das, was gemeinsam geschafft worden sei, „ist unglaublich“. Das Sofortprogramm des Bundes zur Beseitigung der Hochwasserschäden sei die Chance gewesen, einen zweiten Aufbau Ost zu starten, sagte Roßberg. „Mit den Fluthilfen hat Dresden auch den Sprung in die Topriege der deutschen Großstädte geschafft.“

dpa

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