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Zeichen für Weltoffenheit in Dresden geplant – Bands veröffentlichen "NoPegida-"Song

Zeichen für Weltoffenheit in Dresden geplant – Bands veröffentlichen "NoPegida-"Song

Gemeinsam will Dresden am Samstag ein Zeichen für Weltoffenheit zeigen. Die Pegida-Demonstrationen sollen in den Hintergrund rücken. Eine offizielle Demonstration stellt der Freistaat Sachsen und Stadt Dresden somit erst kurz vor der zwölften Pegida-Demonstration auf die Beine.

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Die Frauenkirche in Dresden.

Quelle: Dominik Brüggemann

Dresden. Mit dabei sind Schlagersänger Roland Kaiser und die Dresdner Bands Yellow Umbrella und Rany und Band, wie die Staatskanzlei am Freitag mitteilte.

Letztere veröffentlichten jetzt einen eigenen Song, der sich inhaltlich mit der Pegida-Bewegung beschäftigt. Darin singen die Künstler unter anderem „Euch reitet Angst, Ignoranz und simpler Futterneid“ und weiter „Ihr habt schon recht, ihr seid das Volk. Und das ist das Problem. Wenn ich mal wieder im Westen spiele, muss ich mich für euch schämen.“ In der Bilanz heißt es „Euer ganzer Hass vergiftet unser Klima.“

Roland Kaiser kommt

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Roland Kaiser bei der DVD-Premiere mit Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Kaiser wird als Redner bei Kundgebung sprechen.

Quelle: Dominik Brüggemann

Auch der Schlagersänger Roland Kaiser, der in Dresden bei der Kaisermania jährlich zehntausende Fans begeistert, tritt bei der Kundgebung „Für Dresden, für Sachsen - für Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und Dialog im Miteinander“ auf. Er werde direkt nach Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) sprechen, kündigte die Staatskanzlei an. Die Veranstaltung vor der Frauenkirche beginnt um 14. 30 Uhr.

Den Aufruf zur Kundgebung unterstützen unter anderem Dresdner Sportvereine, der Arbeiter-Samariter-Bund Sachsen und die international agierende Hilfsorganisation Arche Nova aus Dresden. Der Arche-Nova-Vorsitzende Sven Seifert sagte: „Wir wünschen uns eine große Beteiligung an der morgigen Kundgebung vor der Frauenkirche als Zeichen für Vielfalt und Weltoffenheit.“ Dies gelte um so mehr, als dass die Pegida-Bewegung versuche, den grausamen Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo in Paris als Bestätigung von Ressentiments gegenüber Flüchtlingen und dem Islam zu missbrauchen. Seifert forderte zudem eine sachliche Diskussion über Flüchtlinge und Flüchtlingspolitik. Während im Libanon beispielsweise jeder fünfte ein Flüchtling ist, sei es in Dresden nur jeder 250. „Wer über Flüchtlingspolitik diskutieren möchte, muss komplexe globale Zusammenhänge berücksichtigen.

Stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig: "Enormer Schaden für Dresden"

Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) räumte unterdessen in einem Interview mit dem Radiosender Radioeins des RBB einige Fehler im Umgang mit Pegida ein. Die Dresdner hätten der Bewegung zu lange zu wenig entgegengesetzt. „Es wäre notwendig gewesen vor allem, dass die Bürgerinnen und Bürger aus Dresden selber mit aufstehen, dass diejenigen, die in der schweigenden Mehrheit sich immer weggeduckt haben, die gesagt haben, „es ist eigentlich schlimm, was hier passiert“, selber aufgestanden wären“, sagte er auf die Frage, warum die Staatsregierung erst jetzt zu einer Kundgebung aufrufe. „Wir haben aber auch festgestellt, dass der Schaden, der entstanden ist - durch dieses Bild, was von Dresden ausgeht - so enorm groß geworden ist, dass wir jetzt handeln müssen“, erklärte Dulig.

Auch das Bündnis „Dresden für alle“ unterstützt die gemeinsame Demonstration vor der Frauenkirche. „Wir sind froh, dass Oberbürgermeisterin Orosz und Ministerpräsident Tillich am Samstag ein Zeichen für Weltoffenheit und Menschlichkeit setzen wollen. Gleichzeitig gehen sie damit aus unserer Perspektive auch die Verpflichtung ein, ihre Politik daran auszurichten“, so das Bündis via Facebook.

Bündnis „Dresden Nazifrei“ lehnt Kundgebung ab

Das Bündnis „Dresden Nazifrei“ hat eine Beteiligung an der Demonstration hingegen abgelehnt. Das Bündnis will nach eigenen Angaben lieber in Bautzen gegen eine angekündigte Nazi-Demonstration protestieren, anstatt an der Dresdner Kundgebung für Weltoffenheit und Dialog teilzunehmen. Das Bündnis wählt einen eigenen Weg, hatte jedoch eine Einladung zu der Veranstaltung erhalten, wie es auf der eigenen Homepage mitteilt. Die geplante Veranstaltung sei ein scheinheiliges Symbol, führt Sprecher Silvio Lang in einem Schreiben aus. „Wenn die Dresdner Oberbürgermeisterin glaubhaft etwas gegen Pegida tun will, erwarten wir sie an den kommenden Montagen auf der Straße in erster Reihe“, so das Bündnis weiter. Das Bündnis hält Abstand und verweigert das gemeinsame Signal, das am Samstag von Dresden ausgehen kann.

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Das Bündnis "Dresden für alle" demonstrierte in Dresden für Weltoffenheit und Tolleranz. (Archiv)

Quelle: DNNOnline

Die größte Demonstration für Weltoffenheit hatte sich bislang am 9. Dezember 2014 parallel zu einer Pegida-Demo organisiert. Damals zogen Dresdner Parteien, Verbände und Organisationen in einem Sternmarsch zum Dresdner Rathaus. Rund 9000 Menschen hatten sich an der Aktion beteiligt, darunter Helma Orosz und das Bündnis „Dresden Nazifrei“. Danach kamen deutlich weniger Menschen zu den Demonstrationen, während die Pegida-Demonstrationen in Dresden weiterhin Zulauf erhielten.

dbr

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