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Zugunglück bei Bad Lausick: Polizei geht von menschlichem Versagen aus

Zugunglück bei Bad Lausick: Polizei geht von menschlichem Versagen aus

Die Ursache für das Zugunglück bei Bad Lausick vor zwei Wochen ist nach derzeitigen Erkenntnissen der Bundespolizei menschliches Versagen gewesen. „Einen technischen Defekt schließen wir im Augenblick aus“, sagte Torsten Henkel, Sprecher der Bundespolizei.

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Bei dem schweren Zugunglück bei Bad Lausick wurden am 20. September mehr als 20 Bahnreisende verletzt.

Quelle: dpa

Leipzig. Einem Gutachten der Dekra zufolge waren die beiden Unfallautos in einem einwandfreien Zustand. Auch am Bahnübergang mit Ampel und Halbschranke hätten die Technikexperten keinen Mangel festgestellt, so Henkel weiter.

Bei dem Unglück am 20. September in Lauterbach nördlich von Bad Lausick war ein 29 Jahre alter Mann mit seinem Kleintransporter auf ein vor ihm befindliches Auto aufgefahren und hatte dabei  den Wagen auf die an dieser Stelle eingleisige Bahnstrecke Leipzig – Chemnitz geschoben. Der 64-jährige Fahrer des zweiten Fahrzeugs konnte in letzter Sekunde aus seinem Wagen gerettet werden. Kurz darauf rammte ein Zug mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Stundenkilometern das auf den Schienen stehende Auto. Dabei wurden 21 Reisende verletzt. Der Zug entgleiste, ein Waggon stürzte sogar auf eine Wiese neben dem Gleis.

Mit einem Abschlussbericht rechnet der Polizeisprecher nicht vor Ende des Jahres. „Wir warten jetzt auf ein Gutachten des Eisenbahnbundesamtes“, berichtete Henkel. Das werde wohl noch zwei Monate dauern.

Mehrere Millionen Euro Schaden - Bahn behält sich Regressforderung vor

Zuvor will sich auch die Staatsanwaltschaft nicht zu den Ermittlungen äußern. Das Verfahren werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Neben den technischen Analysen fehlten noch ärztliche Gutachten zu den Verletzungen der Fahrgäste, bestätigte Behördensprecher Ricardo Schulz. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 29-jährigen Kraftfahrer aus dem Landkreis Mittelsachsen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und fahrlässiger Körperverletzung.

Neben dem Strafverfahren könnte auf den mutmaßlichen Unfallverursacher und seine Haftpflichtversicherung noch ein weiterer Prozess um Schadenersatz hinzukommen. „Wir behalten uns zivilrechtliche Ansprüche vor“, teilte die Deutsche Bahn mit. Die genaue Regressforderung habe das Unternehmen noch nicht berechnet. Experten gehen von mehreren Millionen Euro aus.

Ein Wagen des Zuges der Baureihe VT 612 wird derzeit mit Totalschaden verschrottet. Die restlichen drei Wagen lässt die Bahn in einem Spezialwerk in Kassel reparieren. Weitere Kosten sind durch die Sperrung der Strecke und den Schienenersatzverkehr entstanden.

Matthias Roth

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