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Zwei Monate danach: Tornadofolgen bestimmen das Leben in Großenhain

Zwei Monate danach: Tornadofolgen bestimmen das Leben in Großenhain

Großenhain. Sie haben aufgeräumt in Großenhain und Umgebung, aber wer nur etwas genauer hinsieht, der findet die Spuren des Sturms dann doch noch an jeder Ecke.

„Es ist ja völlig klar, dass das alles dauert“, sagt Burkhard Müller. Weit mehr als die Hälfte seiner Zeit verbringt Großenhains Oberbürgermeister noch immer damit, die Folgen des Tornados in seiner Stadt zu bewältigen. „Und das wird auch noch so weitergehen“, glaubt er - bis weit ins kommende Jahr mindestens, vielleicht sogar noch länger.

Das Gröbste ist erstmal geschafft nach dem Tornado vom 24. Mai. Die Dächer sind wieder dicht, gefährliche Stellen gesichert. Nun müssen aber auch die verwüsteten Parks, Grünanlagen und Grundstücke wieder hergerichtet werden. Verhandlungen mit den Versicherungen stehen an. Welche Schäden der Sturm angerichtet hat, beruhe immer noch weitgehend auf Schätzungen, sagt der Oberbürgermeister: 2 bis 2,5 Millionen Euro allein an den öffentlichen Gebäuden in Großenhain, weitere 2 Millionen an der Infrastruktur - Parks ausgenommen -, vielleicht 20 bis 30 Millionen bei privatem Eigentum und bis zu 50 Millionen bei den Unternehmen.

Für das, was die Versicherungen nicht bezahlen und auch Spenden nicht decken, stellt der Freistaat Sachsen über seine Aufbaubank günstige Darlehen zur Verfügung. Am vergangenen Mittwoch konnte die erste Großenhainerin ihren Förderbescheid in Empfang nehmen. Viele ihrer Nachbarn sind jedoch offensichtlich noch nicht so weit. Erst eine Handvoll Anträge sei eingegangen, sagt Lothar Hofner vom Innenministerium. Erst in den kommenden Wochen und Monaten rechne man mit größerem Zulauf. Das Angebot müsse sich auch erst herumsprechen.

Vielen Großenhainern drückt die Erinnerung an den Tornado auch immer noch aufs Gemüt. „Die Nachwirkung spürt man“, sagt ihr Stadtoberhaupt. Die Menschen seien weniger beschwingt in diesem Sommer. Geplante Feste wurden abgesagt. „Das ist eine besondere Situation. Den Leuten ist nicht so nach Kultur“, sagt Müller.

Dass sich fast alle nach dem Sturm untereinander halfen, habe er erwartet. Das sei auf dem Land nunmal so. „Was mich überrascht hat, war die enorme Hilfe von außen.“ Tagelang hatten die Nachbargemeinden und -kreise Personal und Fahrzeuge zum Aufräumen geschickt. Firmen und Privatleute spendeten Geld und Material für den Wiederaufbau.

Auf die Arbeit der Hilfskräfte in den Tagen und Wochen nach dem Sturm habe er durchweg positive Resonanz erhalten, sagt Müller. Großenhain habe immer viel Wert auf seine Feuerwehr gelegt. „Das hat sich jetzt bewährt.“ Trotzdem: Auf einen Tornado könne niemand je vorbereitet sein. Erfahrungen zum Beispiel von der Flut von 2002 könne man nicht auf den Tornado 2010 übertragen. „Ich habe die Erfahrung jetzt“, sagt Müller. „Und ich wünsche mir, dass ich sie nie wieder anwenden muss.“

Nico Esch, dpa

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