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Zwei deutsche Touristen sterben in Äthiopien – Buchung lief über Dresdner Reiseveranstalter

Zwei deutsche Touristen sterben in Äthiopien – Buchung lief über Dresdner Reiseveranstalter

Dresden. Einen Tag nach Bekanntwerden des brutalen Überfalls auf eine Reisegruppe in der äthiopischen Afar-Region hat Außenminister Guido Westerwelle am Mittwochnachmittag bestätigt, dass bei dem terroristischen Angriff in der Nacht auf Dienstag zwei deutsche Urlauber getötet wurden.

Unter den Todesopfern sollen des Weiteren zwei Ungarn sowie ein Österreicher sein.

Anlass zur Sorge besteht nach wie vor hinsichtlich des Verbleibs von vier Touristen, die von den Angreifern verschleppt wurden. Während ihr Schicksal weiterhin ungeklärt ist, konnten nach Aussage des Außenministers zwölf Mitglieder der Reisegruppe, darunter auch einige Deutsche, mit einem Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden. Bei dem Überfall waren auch mehrere Personen verletzt worden, zur Schwere der Verletzungen sowie zur Herkunft der Betroffenen machte das Auswärtige Amt bislang keine Angaben.

Die aus unterschiedlichen Nationen stammenden Touristen hatten die zweiwöchige Erlebnistour durch die wüstenähnliche Danakil-Senke im Grenzgebiet Äthiopiens zu Eritrea beim Dresdner Reiseveranstalter Diamir gebucht. Bei Diamir zeigte man sich nach Bekanntwerden des Vorfalls bestürzt. Die Firmenzentrale in der Bertold-Haupt-Straße glich am Mittwoch einer Festung. Das Unternehmen fürchtet um seinen guten Ruf und verwies anfragende Medien großteils an das Auswärtige Amt. Zu Identität und Herkunft der Opfer könne man mit Blick auf den Datenschutz und die unsichere Lage in Äthiopien derzeit keine Angaben machen, erklärte Geschäftsführer Jörg Ehrlich gegenüber DNN-Online. „Wir haben einen vierköpfigen Krisenstab gebildet, der in ständigem Kontakt mit dem Auswärtigen Amt und unserer deutschen Reiseleiterin vor Ort steht", so Ehrlich. Die Reisegruppe bestehe aus circa zwölf Reisenden. Ob sich darunter auch Dresdner befinden, wollte Ehrlich nicht kommentieren.

Diamir ist nach eigenen Angaben seit mehr als zehn Jahren auf Erlebnisreisen spezialisiert. Die meisten der jährlich etwa 6000 Reisenden sind Deutsche und zwischen 40 und 70 Jahren alt. Die entsprechende Tour hat der Veranstalter nach eigenen Angaben bereits seit 2006 im Angebot und seither mehrmals im Jahr ohne größere Zwischenfälle durchgeführt. Es habe keinerlei Hinweise auf etwaige Unsicherheiten in der betreffenden Region gegeben, schrieb die Firma am Mittwochmorgen auf ihrer Homepage. Auf Anfrage räumte Ehrlich jedoch ein, dass ihm zwei Vorfälle aus den Jahren 2007 und 2008 bekannt gewesen seien, bei denen in der Danakil-Wüste Reisende Opfer von Übergriffen wurden. Diese hätten jedoch nicht aus dem Diamir-Angebot gestammt. Weshalb die Reise trotz dieser Kenntnis sowie Sicherheitshinweisen und Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes dennoch im Angebot blieb, wollte der Geschäftsführer nicht kommentieren. „Wir prüfen unsere Reiseziele sehr genau, unsere Produktmanager sind mehrmals im Jahr selbst vor Ort."

Man hoffe nun, dass die Überlebenden bald nach Hause zu ihren Familien zurückkehren könnten. Die betreffende Reise wurde vorübergehend aus dem Angebot genommen.

Jane Jannke

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