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Zwickau eröffnet Lutherweg - Langfristig soll mitteldeutsches Netzwerk entstehen

Zwickau eröffnet Lutherweg - Langfristig soll mitteldeutsches Netzwerk entstehen

Ganze vier Mal predigte Martin Luther in Zwickau. Allein am 1. Mai 1522 sprach er vom Rathausbalkon aber zu 14.000 Zuhörern. Nach Wittenberg gilt Zwickau als die zweite Stadt, in der sich die Reformation durchsetzen konnte.

Zwickau. Bekannt ist das kaum - denn bislang setzte Zwickau vor allem auf seine Automobilbautradition und den Musiker Robert Schumann.

Doch mit der Lutherdekade entdeckt die westsächsische Stadt den Reformator: Auf den Tag genau 489 Jahre nach Luthers letzter Predigt in Zwickau wird an diesem Montag (2. Mai) ein Lutherweg eröffnet. Elf Stationen führen unter anderem am Dom St. Marien, Schloss Osterstein oder den Priesterhäusern vorbei. Der thematische Stadtrundgang vermittelt an historischen Orten Wissenswertes rund um das Wirken von Martin Luther und die Reformation in der Muldestadt.

„Wir wollen keine neue Lutherstadt werden, aber Zwickau hat ein Stück Reformationsgeschichte mitgeschrieben“, erklärt Christian Otto die neuen Ambitionen. Der ehemalige Zwickauer Landrat ist als Beauftragter der sächsischen Regierung für die Lutherdekade unter anderem dafür verantwortlich, Zwickau in das große Jubiläum 500 Jahre Reformation im Jahr 2017 einzubinden.

Mit der Eröffnung des Zwickauer Lutherweges werde die Stadt in Sachsen zum Vorreiter in Sachen Luther, meint Otto. Denn bis 2013 will der Freistaat, der einst als das Mutterland der Reformation galt, es Sachsen-Anhalt und Thüringen gleich tun und endlich auch einen Weg für und um den Reformator kreieren. All diese Wege könnten dann einmal vernetzt werden.

Zunächst soll September der erste Abschnitt eines Weges zwischen Bad Düben und Torgau eröffnet werden. „Am Ende soll ein Mitteldeutscher Lutherweg mit etwa 1000 Kilometern zum Pilgern, Wandern und Radfahren entstehen“, erklärt der Luther-Beauftragte. Seine Vision: Der Lutherweg wird dann eines Tages so bedeutend sein wie heute der Jakobsweg.

Bis es soweit ist, sollen aber erst einmal die Zwickauer selbst und die Gäste der Stadt auf Luthers Spuren wandeln. „Luther hat ein wichtiges Kapitel Zwickauer Stadtgeschichte mitgeprägt“, ist auch Oberbürgermeisterin Pia Findeiß überzeugt. Dieses gelte es einerseits zu bewahren und zu beleuchten, andererseits könne die Stadt damit auch für sich werben. Gerade mit einem Thema, das „viele mit unserer Stadt nicht unbedingt in Zusammenhang bringen würden“. Als neue Lutherstadt sieht die Stadtchefin Zwickau hingegen nicht.

Tatsache ist jedoch, dass die Reformation in Westsachsen und dem Vogtland von Zwickau aus seinen Lauf nahm: Ab 1521 standen Zwickauer Bürger und insbesondere der damalige Bürgermeister Hermann Mühlpfort in Kontakt mit dem Reformator aus Wittenberg. Er widmete Mühlpfort 1520 sogar die deutsche Fassung seiner Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Bereits ab 1525 wurden alle Zwickauer Gottesdienste in deutscher Sprache abgehalten.

Auf Empfehlung Luthers predigte auch Thomas Müntzer in Zwickau. Als dessen radikalreformerische Ideen jedoch zunehmend für Aufregung sorgten und er schließlich vom Rat der Stadt entlassen wurde, kam Luther persönlich vom 29. April bis 2. Mai in die Stadt, um die aufgebrachte Bürgerschaft zu beruhigen.

Wenn sich der Thesenanschlag nun zum 500. Mal jährt, wird Zwickau wieder mit von der Partie sein: Unter anderem ist 2014 eine Ausstellung mit Beständen der Zwickauer Ratsschulbibliothek vorgesehen, der ältesten wissenschaftlichen Bibliothek Sachsens. Bereits im kommenden Jahr erwartet Zwickau passend zum Themenjahr Reformation und Musik mehr als 1000 Musiker zu einem sächsischen Posaunentreffen.

dpa

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