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Anti-Terroreinsatz in Leipzig-Eutritzsch – Tschetschenen im Verdacht

Kein Haftbefehl Anti-Terroreinsatz in Leipzig-Eutritzsch – Tschetschenen im Verdacht

Spezialkräfte des Thüringer Landeskriminalamtes (LKA) haben am Dienstagvormittag in Leipziger Stadtteil Eutritzsch im Rahmen eines bundesweiten Anti-Terroreinsatzes eine Wohnung durchsucht.

Blick auf einen Wohnblock im Jenaer Stadtteil Lobeda, in dem es am Dienstag auch Hausdurchsuchungen gab / Beamter der GSG 9 (Archivfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Im Rahmen eines bundesweiten Anti-Terroreinsatzes haben Spezialkräfte der Polizei am Dienstag unter anderem in Leipzig eine Wohnung durchsucht. Wie eine Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes Thüringen (LKA) gegenüber LVZ.de erklärte, hätten die Einsatzkräfte am Vormittag im Stadtteil Eutritzsch einen gebürtigen Tschetschenen mit russischer Staatsbürgerschaft im Visier gehabt. Der Mann sei eigentlich in Thüringen gemeldet, hielt sich aktuell aber bei Bekannten in Leipzig auf.

Ob die Bekannten des Terrorverdächtigen im Stadtteil Eutritzsch nur dessen harmlose Gastgeber waren oder ebenfalls Verbindungen zu dem Terrornetzwerk haben, sei Gegenstand weiterer Ermittlungen, hieß es am Dienstag aus Behördenkreisen, das werde „natürlich überprüft“. Unklar ist auch die Frage, wie die 14 Tschetschenen mit russischen Pässen als Asylsuchende mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus in Deutschland überhaupt in die Lage gekommen sein könnten, terroristische Aktivitäten zu finanzieren.

Neben der Unterkunft in Leipzig wurden am Dienstag auch elf Objekte in Thüringen, Dortmund, München und Hamburg von Spezialkräften aufgesucht. Festgenommen wurde bei den Durchsuchungen offenbar zunächst niemand, zum Teil sollen aber Personen für weitere polizeiliche Maßnahmen mitgenommen worden sein. "Es gibt keinen Haftbefehl", erklärte eine Sprecherin des Thüringer Landeskriminalamtes am Dienstagnachmittag auf einer Pressekonferenz in Erfurt.

Anlass der offenbar seit Monaten geführten Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Gera sei der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Eine konkrete Anschlagsgefahr habe sich bisher aber nicht bestätigt. Auch Sprengstoff konnte bisher nicht sichergestellt werden. „Es wurde eine weiße Substanz gefunden, die ist ungefährlich“, so die LKA-Sprecherin. Wie sich am Abend herausstellte, handelte es sich um Maismehl.

Polizisten verlassen am 25.10.2016 während eines Anti-Terror-Einsatzes ein Haus in Jena-Lobeda (Thüringen).

Polizisten verlassen am 25.10.2016 während eines Anti-Terror-Einsatzes ein Haus in Jena-Lobeda (Thüringen).

Quelle: dpa

28-Jähriger wollte angeblich zum Islamischen Staat

Im Zentrum der umfangreichen Ermittlungen in fünf Bundesländern steht ein 28-jähriger Tschetschene mit russischer Staatsbürgerschaft. Er soll geplant haben, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zum bewaffneten Kampf in Syrien anzuschließen. Er sei in Suhl aufgegriffen und nach den Vernehmungen durch die Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt worden, erklärte die Sprecherin.

Der Gesuchte in Leipzig soll Verbindungen zu einem anderen, 28-jährigen Tschetschenen haben, der als Hauptbeschuldigter im Verfahren gilt. Nach Angaben des verantwortlichen LKA in Erfurt soll dieser in Thüringen lebende Tschetschene geplant haben, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zum bewaffneten Kampf in Syrien anzuschließen.

Welche Rolle sein Komplize in Leipzig-Eutritzsch dabei gespielt hat, bleibt vorerst unklar. Die Behörden wollten aufgrund noch laufender Ermittlungen keine weiteren Angaben zur Durchsuchung in der Messestadt und in den anderen Orten machen. Der mutmaßliche Terrorhelfer in Leipzig soll zusammen mit weiteren neun Männern und drei Frauen - alles ebenfalls russische Staatsbürger - bei der Fahndung nach dem 28-jährigen Hauptbeschuldigten ins Visier der Behörden geraten sein. Die Männer und Frauen zwischen 21 und 31 Jahren leben in Thüringen, Hamburg und Dortmund.

Alle Beschuldigten werden der Terrorismusfinanzierung verdächtigt. Die Menschen seien Asylsuchende, deren Aufenthaltsstatus in Deutschland bisher nicht abschließend geklärt ist, so die Polizeiangaben.

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hatten Dienstag als erster über die Anti-Terroraktion berichtet. Zunächst hieß es mit Bezug auf Sicherheitskreise, Polizisten würden Wohnungen in Suhl-Nord, Schmalkalden, Hildburghausen, Jena-Lobeda, Leinefelde und Weimar durchsuchen. An den Einsätzen waren demnach auch Sprengstoffhunde beteiligt.

jhz / mro / mpu / F.D.

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