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Baby erstickt und in Rucksack versteckt - 19-Jährige aus Stollberg gesteht vor Gericht

Baby erstickt und in Rucksack versteckt - 19-Jährige aus Stollberg gesteht vor Gericht

Eine 19-Jährige aus Stollberg, die ihren neugeborenen Sohn getötet hat, muss vier Jahre in Haft. Die Richter am Landgericht Chemnitz verurteilten sie am Montag wegen Totschlags nach Jugendstrafrecht.

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Die 19-jährige Angeklagte aus Stollberg gesteht vor Gericht, ihr neugeborenes Baby getötet zu haben.

Quelle: dpa

Chemnitz. Die junge Frau hatte gestanden, das Baby direkt nach der Geburt erstickt zu haben. Sie habe ihre Ausbildung reibungslos fortsetzen und ihren Freund nicht verlieren wollen, begründete sie die Tat nach der Geburt im heimischen Bad. Der Vorsitzende Richter, Josef Bauer, attestierte der Angeklagten Entwicklungsdefizite sowie Verlustängste, die aus einer schwierigen Kindheit herrührten. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf, die Verteidigung drei Jahre Haft beantragt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Laut dem Geständnis, das zu Prozessbeginn am Morgen von der Verteidigerin vorgetragen wurde, soll es am Abend des 4. Januar in der Badewanne in der Wohnung des Freundes zu einer Spontangeburt gekommen sein. Die Angeklagte sei überrascht gewesen, habe das Schreien des Kindes verhindern wollen und ihm mit der Hand Mund und Nase zugehalten. Sie wickelte das tote Kind dann in ein Handtuch, steckte das Bündel in eine Kunststofftüte und dann in eine Rucksack. Dieser stand dann unter dem Küchentisch, wo die Polizei ihn am 10. Februar fand.

Die Ermittler waren eigentlich auf der Suche nach der Mutter eines anderen toten Neugeborenen, das Mitte Januar in einem Altkleidercontainer in Schwarzenberg im Erzgebirge gefunden worden war. Dabei erhielten sie einen Tipp, der zu der 19-Jährigen führte. Als die Frau nach anfänglichem Leugnen gestand, glaubten sich die Beamten am Ziel. Zu ihrem Entsetzen mussten sie aber feststellen, dass sie einem weiteren Verbrechen auf die Spur gekommen waren, von dem sie nicht wussten.

Es soll nach einer Party passiert sein, einer Feier im März vergangenen Jahres; damals sei das Kind gezeugt worden, sagte die 19-Jährige unter Tränen. Eigentlich habe sie abtreiben wollen. Aber als alle Formalitäten erledigt waren und sie die nötigen Unterlagen beisammen hatte, war die Zeit verstrichen, in der das legal möglich gewesen wäre. Von da an habe sie die Schwangerschaft verdrängt.

Sie lebte damals die meiste Zeit bei ihrem Freund, einem 41-jährigen Mann, dem Ex ihrer Mutter. Sie fürchtete nach eigenen Angaben, ihn zu verlieren, sollte er erfahren, dass sei von jemand anderem schwanger war. Ob er sich denn tatsächlich getrennt hätte, wollte eine der Beisitzerinnen während der Verhandlung wissen. „Ein schwierige Frage“, antwortete der Mann. Aber jetzt stehe er zu der jungen Frau.

Von der Schwangerschaft will niemand etwas bemerkt haben - Verwandte nicht, Kollegen nicht, der Mann nicht, nicht einmal beim Baden im Badeanzug. Ein Mal war dem Mann der Bauch wohl etwas dick erschienen. Als sie aber eine Schwangerschaft bestritt, habe er nicht mehr gefragt. Wirklich erfahren habe er davon erst, als die Polizei in der Tür stand und den Rucksack mit dem toten Baby unter dem Küchentisch hervorholte.

dpa

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