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Bahnkunden sauer auf Kabeldiebe: Zugverkehr im Raum Leipzig stark betroffen

Verspätungen Bahnkunden sauer auf Kabeldiebe: Zugverkehr im Raum Leipzig stark betroffen

Züge blieben von Mittwoch- bis Donnerstagabend rund um Leipzig stundenlang auf der Strecke liegen. Kabeldiebe hatten den Schienenverkehr lahm gelegt.

Blick auf den betroffenen Streckenabschnitt: Die Kabeldiebe beschädigten die Signalanlagen östlich vom Leipziger Hauptbahnhof.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Kleine Ursache, große Wirkung: Kabeldiebe haben im Bahnverkehr rings um Leipzig ein mittleres Erdbeben ausgelöst. Den gesamten Donnerstag über kam es zu Beeinträchtigungen im Fern- und Regionalverkehr. Zahlreiche Züge hatten Verspätung, mussten zum Teil über Nebenstrecken umgeleitet werden. „Zugeschlagen haben die Diebe bereits am Mittwochabend“, sagte Bundespolizei-Sprecher Jens Damrau. An zwei Stellen auf der Strecke Leipzig–Dresden haben sie Kabel durchtrennt. In solchen Fällen würden sämtliche Signale im Umfeld der Strecke automatisch auf Rot schalten. Das sei auch hier der Fall gewesen. Zügen blieben für Stunden auf der Strecke liegen.

„Wir mussten den Verkehr umleiten“, teilte Bahn-Sprecherin Erika Poschke-Frost mit. Die ICE von Dresden über Leipzig nach Frankfurt am Main wurden über den Leipziger Güterring geschickt. Das betraf auch IC-Züge von Köln über Hannover nach Dresden. Im Regionalverkehr endete die Linie RE 50 zwischen Leipzig und Dresden in Borsdorf (Kreis Leipzig). Reisende mussten auf S-Bahnen umsteigen. Neben der Deutschen Bahn war auch der Wettbewerber Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) betroffen. Verspätungen gab es auf der Linie MRB 113 von Leipzig über Bad Lausick nach Geithain, ebenso auf der Linie RE 6 zwischen Leipzig und Chemnitz. Teilweise fuhren zwischen Liebertwolkwitz und Hauptbahnhof Busse.

Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr

Die Kupferdiebe waren laut der Bundespolizei östlich des Leipziger Hauptbahnhofs am Werk. „Die Diebe haben zwölf Meter Kabel entwendet“, so Sprecherin Poschke-Frost. Die Bundespolizei hat Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. „Wir haben Spuren am Tatort festgestellt.“ Nähere Angaben machte die Polizei aber nicht.

Carsten Schulze vom Fahrgasverband Pro Bahn übte scharfe Kritik: Die Täter sollten hart bestraft werden. Ohnehin lägen bei den Bahnkunden momentan die Nerven „extrem blank“. Seit dem Fahrplanwechsel habe es mehrere Behinderungen im Verkehr gegeben, zurückzuführen auch auf einen Lokausfall im Leipziger City-Tunnel und einen Anschlag auf einen Fahrkartenautomaten. Auch Oliver Mietzsch vom Leipziger Nahverkehrsverband forderte eine harte Bestrafung der Täter. Die Vielzahl der Verspätungen seit Fahrplanwechsel führt er allerdings auf die unzureichende Betriebsorganisation im Knoten Halle zurück. Die Einschränkungen dort erfolgen, da ein neuer Güterbahnhof gebaut wird. Mietzsch forderte schnelle Nachbesserungen von der Deutschen Bahn.

Neben Berlin und Brandenburg gehören nach Angaben der Bahn auch Sachsen und Sachsen-Anhalt zu den regionalen Schwerpunkten des Buntmetalldiebstahls. Die Kennzeichnung der Kabel mit einer Art künstlicher DNA, schärfere Kontrollen auch durch zivile Fahnder hätten aber schon zu Erfolgen geführt, heißt es bei der Bahn. Die Delikte seien 2014 bundesweit um 15 Prozent gegenüber 2013 auf etwa 1500 Taten zurückgegangen. Der materielle Schaden blieb mit 17,1 Millionen Euro allerdings weiterhin hoch. Zum Rückgang hat sicher auch der sinkende Kupferpreis beigetragen. Derzeit gibt es an den Börsen ein Sechseinhalb-Jahres-Tief.

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