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Weste gebastelt: In Leipzig Verhafteter hatte gleichen Sprengstoff wie in Paris und Brüssel

Mutmaßlicher IS-Bezug Weste gebastelt: In Leipzig Verhafteter hatte gleichen Sprengstoff wie in Paris und Brüssel

Die Behörden haben sich auf einer Pressekonferenz umfangreich zur Verhaftung von Dschaber al-Bakr geäußert. Demnach wurde er in der Nacht zu Montag bereits gefesselt übergeben. Der 22-Jährige habe einen Sprengstoffanschlag unmittelbar vorbereitet.

LKA-Präsident Michaelis (links) und Innenminister Ulbig am Montag auf der Pressekonferenz.

Quelle: dpa

Leipzig/Dresden. Auf einer Pressekonferenz in Dresden haben sich die Behörden am Montagmittag zur Verhaftung des Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr geäußert. Demnach habe der 22-Jährige einen Anschlag unmittelbar vorbereitet. „Ein Sprengstoffgürtel war schon einsatzbereit“, sagte Jörg Michaelis, Präsident des Landeskriminalamtes. Al-Bakr habe sich im Internet über die Herstellung von Sprengstoff informiert und sich die entsprechenden Materialien besorgt. In der Wohnung fanden die Beamten die gleiche Art von Sprengstoff, welcher auch bei den Anschlägen in Brüssel und Paris verwendet wurde. Die derzeitigen Hinweise würden für einen Bezug zum Islamischen Staat sprechen.

In einer Mitteilung der Bundesanwaltschaft, die in dem Fall die Ermittlungen übernommen hat, wurden in der Chemnitzer Wohnung „rund 1,5 Kilogramm extrem gefährlicher Sprengstoff sowie weitere Materialien“ sichergestellt.

Außerdem wurden auf der Pressekonferenz am Montag weitere Details zur Verhaftung in der Nacht in Leipzig bekannt: Demnach  wurde der 22-Jährige den Behörden in der vergangenen Nach bereits gefesselt übergeben. Wie bereits im Vorfeld von verschiedenen Medien berichtet, hatten zwei Landsleute den verdächtigen Syrers erst mit in ihre Wohnung in der Hartriegelstraße in Leipzig-Paunsdorf genommen, ihn später aber erkannt und gefesselt. Einer der beiden Syrer kam daraufhin mit einem Foto des Mannes zu einem Leipziger Polizeirevier und berichtete von al-Bakr. Die Polizei konnte ihn daraufhin in der Wohnung in Paunsdorf festnehmen. „Ein Zugriff durch ein Sondereinsatzkommando (SEK) war nicht mehr notwendig“, sagte Michaelis. Zu den beiden Syrern, die den Terrorverdächtigen überwältigt hatten, wollten sich Michaelis und Innenminister Markus Ulbig (CDU) mit Hinweis auf deren Sicherheit nicht äußern.

Flucht wegen schwerer Montur der Einsatzkräfte

Die Behörden sprachen am Montag außerdem über die Flucht al-Bakrs aus Chemnitz. Laut Ulbig und Michalis war ein Zugriff auf die Wohnung in Chemnitz geplant und in Vorbereitung, als ein Mann vor den Polizisten flüchtete. Ob es sich dabei um den Verdächtigen handelte, sei aber immer noch unklar. Derzeit werde al-Bakr in Dresden vernommen. Der Flüchtige am Samstag habe nicht festgenommen werden können, da die Einsatzkräfte in 30 Kilo schwerer Montur unterwegs gewesen seien und sich gerade auf ihren Einsatz vorbereiteten. Eine Verfolgung sei deshalb nicht möglich gewesen. Vorwürfe, der Einsatz sei eine Panne gewesen, wiesen Michaelis und Ulbig zurück.

In der Nacht zu Montag ist der Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr in Leipzig-Paunsdorf festgenommen worden. Fotos: Holger Baumgärtner/André Kempner

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Wie es auf der Pressekonferenz weiter hieß, war an den Ermittlungen am Wochenende Polizei aus mehreren Bundesländern, die Bundespolizei und der Verfassungsschutz beteiligt. Mehr als 700 Beamte waren im Einsatz. Die entscheidenden Hinweise zum Verdächtigen kamen vom Bundesnachrichtendienst und dem Verfassungsschutz.

AL-Bakr kam laut Innenminister Ulbig im Februar 2015 über München in die Bundesrepublik und stellte später einen Erstantrag auf Asyl in Chemnitz, danach wurde er dem Landkreis Nordsachsen überwiesen und kam später in Eilenburg unter.

Am Sonntag wurde außerdem der 33-jährige Syrer Khalil A. in Chemnitz festgenommen. Er soll al-Bakr seine dortige Wohnung zur Nutzung übergeben haben.

luc

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