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Betreiber von kinox.to seit einem Jahr auf der Flucht

Streaming-Portal weiter online Betreiber von kinox.to seit einem Jahr auf der Flucht

Vor einem Jahr sind sie untergetaucht und noch immer fehlt von ihnen jede Spur: Die Betreiber von kinox.to sind weiter auf der Flucht. Ihr illegales Streaming-Portal läuft unterdessen einfach weiter – und wird ständig aktualisiert.

Auch ein Jahr nach der Flucht der beiden Betreiber von kinox.to ist das illegale Streaming-Portal weiter online. Von den Brüdern fehlt jede Spur.

Quelle: dpa

Leipzig/Dresden. „Jurassic World“, „Terminator Genisys“ oder „Game of Thrones”: Auf dem illegalen Streaming-Portal kinox.to finden sich die neuesten Kino-Blockbuster genauso wie aktuelle TV-Serien. Auch ein Jahr, nachdem sich die beiden mutmaßlichen Betreiber Kastriot und Kreshnik S. ins Ausland abgesetzt haben sollen, wird die Seite weiter mit Nachschub gefüttert. Den Ermittlern bleibt nichts anders übrig, als dem kriminellen Treiben zuzusehen.

„Wir können die Seite nicht vom Netz nehmen. Dafür sind wir auf die Zugangscodes angewiesen. Und die haben wir nicht“, sagt Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden, gegenüber LVZ.de. Seit Mitte 2014 bereits fahnden die sächsischen Spezialermittler nach den beiden Brüdern aus dem Raum Lübeck. Sie waren mit dem Portal in eine Lücke gesprungen, welche kino.to 2011 hinterlassen hatte. Die von Leipzig aus betriebene Streaming-Seite wurde damals nach einer Razzia von der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft vom Netz genommen, die Server beschlagnahmt, die Betreiber zu teils jahrelangen Haftstrafen verurteilt.

Trotz Hinweisen keine heiße Spur

Die Brüder kopierten nicht nur das Konzept von kino.to sondern lehnten auch die Nutzer-Plattform 1:1 an ihr Vorbild an: Kinox.to sieht nahezu identisch aus. Die mehr als eine Million Filmdaten werden auch hier nicht von dem Portal selbst bereitgestellt, sondern von einem engmaschigen Netz aus sogenannten Filehostern, welche die Brüder teilweise selbst betreiben sollen. Woche für Woche laufen dort weiterhin die neusten Kinofilme und Serien ein und werden von kinox.to verlinkt. Das durch Werbeeinnahmen finanzierte System wird – offenbar aus der Ferne – permanent am Laufen gehalten.

Nach den beiden Brüdern Kastriot (links) und Kreshnik S. wird weiter gefahndet.

Quelle: LKA Sachsen

Wo die Hebel dafür in Bewegung gesetzt werden, ist der Generalstaatsanwaltschaft ein Rätsel. Zu den 22 und 25 Jahre alten Brüdern, nach denen mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, gibt es auch ein Jahr nach ihrer Flucht aus dem elterlichen Haus keine heiße Spur. „Wir haben aktuell keine Hinweise, wo sie sich aufhalten könnten“, erklärt Klein. Vermutlich schon im Juli oder August 2014 sollen sie Deutschland verlassen haben. Immer wieder mal würden Vermutungen zum Aufenthaltsort der als gewaltbereit geltenden Männer auftauchen. „Zielführend“ sei bislang keiner davon gewesen, so der Oberstaatsanwalt.

Auswertung nach Razzia läuft noch

Der Generalstaatsanwaltschaft bleiben bei ihren Ermittlungen aktuell nur die bei der Durchsuchung im Oktober 2014 beschlagnahmten Daten. Diese würden nach wie vor kriminaltechnisch untersucht, berichtet Klein. „Die Auswertungen laufen noch.“ Gegen zwei weitere Männer aus dem Raum Düsseldorf und Neuss, die bei der Razzia festgenommen wurden, wird weiter ermittelt. Ihnen werden zusammen mit dem Brüderpaar gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzungen, Steuerhinterziehung von mindestens einer Million Euro, Erpressung und in einem Fall auch Brandstiftung vorgeworfen. Wann es zu einer Anklage kommt, ist bislang jedoch offen.

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