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Bombenfund in Magdeburg: 17.000 Menschen evakuiert – Leipzig von Zugausfällen betroffen

Bombenfund in Magdeburg: 17.000 Menschen evakuiert – Leipzig von Zugausfällen betroffen

Die Magdeburger bereiten sich auf die Entschärfung einer Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg vor. Der Kampfmittelräumdienst soll die Bombe am Damaschkeplatz im Stadtzentrum am Donnerstag gegen 20 Uhr unschädlich machen.

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17.000 Magdeburger müssen ihre Wohungen verlassen, weil eine Fliegerbombe im Stadtzentrum entschärft wird.

Quelle: dpa

Magdeburg. Bis dahin sollen rund 17.000 Menschen den Umkreis von 800 Metern um die Fundstelle verlassen. Der Hauptbahnhof ist ab 19 Uhr gesperrt. Von den Zugausfällen ist auch Leipzig betroffen.

So endet der Regional-Express RE 13 Leipzig-Dessau-Magdeburg an dem Halt Magdeburg-Neustadt und fährt von dort aus auch wieder zurück. Außerdem wurde ein Buspendelverkehr eingerichtet. Wie lange die Bahnlinien nur eingeschränkt verkehren können, hängt davon ab, wie schnell der Kampfmittelräumdienst die Bombe entschärfen kann.

Die Polizei teilte mit, sie greife notfalls auf Zwangsevakuierungen zurück, falls Menschen ihre Wohnungen nicht freiwillig verlassen. Man werde die Menschen auch aus den Häusern heraustragen, sagte eine Polizeisprecherin. In einer großen Aktion sollen ab 16 Uhr mehrere Hundert Polizeibeamte an Häusern und Wohnungen klingeln und klopfen und sicherstellen, dass alle Bewohner die Gegend verlassen.

Der große Sicherheitsradius von 800 Metern um die Fundstelle ist vom Kampfmittelbeseitigungsdienst angeordnet worden. „So weit könnten Splitter fliegen“, sagte der Sprecher des Technischen Polizeiamts Sachsen-Anhalt, Axel Vösterling. Gegen 20 Uhr sollen zwei Experten beginnen, die Fliegerbombe unschädlich zu machen. Ziel sei, die beiden Zünder herauszuschrauben. „Die Frage ist, wie stark die Gewinde korrodiert sind“, sagte Vösterling. Wenn sich die Zünder nicht entfernen ließen, solle die Bombe kontrolliert gesprengt werden. Dazu würde sie mit Material umhüllt, das den Druck abschwächen könne. Üblicherweise würden dafür Strohballen verwendet.

Alte und Kranke werden in Sicherheit gebracht

Aus der Universitätsfrauenklinik wurden die Patientinnen und Neugeborene in andere Kliniken verlegt. Auch die Bewohner mehrerer Altenpflegeheime wurden in Sicherheit gebracht; ein neu eröffnetes Demenzzentrum an der Elbe nahm vorübergehend zusätzlich 85 Heimbewohner auf.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte die Fliegerbombe am Mittwoch bei Sondierungsarbeiten zu einem geplanten Tunnelneubau gefunden. Man entschied sich, mit der Entschärfung noch einen Tag zu warten, um die nötigen logistischen Vorkehrungen treffen zu können.

Telefonnummer für Betroffene

Die Stadt hat seit dem Morgen eine Info-Hotline freigeschaltet: +49 391 540 7777. Während der Evakuierung steht den betroffenen Anwohnern die Hermann-Gieseler-Halle als Ausweichquartier zur Verfügung. „Wir richten uns auch darauf ein, dass die Menschen über Nacht bleiben“, sagte Stadtsprecherin Cornelia Poenicke.

Unterdessen wurde in einem Wohngebiet in Leuna (Saalekreis) am Donnerstag eine Nebelgranate gefunden, die möglicherweise ebenfalls aus dem Zweiten Weltkrieg stammt. Etliche Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen.

dpa/ra

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