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Brandanschlag auf Heim von Flüchtlingsfamilien - Polizei sucht Zeugen

"Menschenverachtende Tat" Brandanschlag auf Heim von Flüchtlingsfamilien - Polizei sucht Zeugen

Auf einen als Flüchtlingsunterkunft genutzten Gebäudekomplex in Artern in Thüringen sind Brandsätze geworfen worden. In dem Haus leben zwei syrische Familien. Der Polizei blieb Unklar zunächst unklar, ob ein fremdenfeindlicher Hintergrund vorliegt.

Die Spurensicherung untersucht die Flüchtlingsunterkunft im Kyffhäuserkreis.

Quelle: dpa

Leipzig. Auf einen als Flüchtlingsunterkunft genutzten Gebäudekomplex in Artern im Kyffhäuserkreis sind Brandsätze geworfen worden. Sie prallten ab und erloschen am Boden, wie die Polizei mitteilte. Verletzt wurde niemand. Für den Brandanschlag in der Nacht zu Samstag wurden auch an den Osterfeiertagen Zeugen gesucht und Spuren ausgewertet. «Die Ermittlungen gehen weiter», sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Am Samstag seien Anwohner befragt worden. Zeugen könnten möglicherweise Hinweise auf Fahrzeuge geben, die sonst nicht in der Gegend standen.

Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) hatte die Attacke am Samstag verurteilt. «Ich bin schockiert über die menschenverachtende Tat», sagte er bei einem Besuch in Artern.

Unklar blieb zunächst, ob ein fremdenfeindlicher Hintergrund vorliegt. In dem Haus leben zwei syrische Familien. Außerdem sollte dort bald ein Hotel öffnen. Die Polizei will nun herausfinden, ob das neue Hotel oder das andere Gebäude Ziel des Anschlags waren. In der Vergangenheit wohnten in beiden Häusern Flüchtlinge, auch etwa 20 unbegleitete Minderjährige.

Am Freitag war bekannt geworden, dass es Ende März Schüsse auf eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Obermehler (Unstrut-Hainich-Kreis) gegeben hatte. Eine Scheibe des Hauses sei getroffen worden. Nach Polizeiangaben drang das Geschoss aber nicht in das Zimmer ein, weil die Fenster doppelt verglast sind. Zunächst war die Polizei von einem Steinwurf ausgegangen. Außerdem seien an Eingangstüren Schussspuren festgestellt worden. Die Hintergründe des Vorfalls waren auch am Montag noch unklar.

LVZ

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