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Bundesrichter kippen Urteil im Aladin-Prozess - neue Verhandlung in Dresden

Bundesrichter kippen Urteil im Aladin-Prozess - neue Verhandlung in Dresden

Der Prozess um den Döbelner Bistro-Mord wird neu aufgerollt. Das entschied am Dienstag der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofes (BGH) in Leipzig. Das Landgericht Chemnitz hatte im März den angeklagten Kurden Mahmoud Ayman E.

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Die Polizei konnte 2011 nicht ermitteln, wer den Besitzer des Aladin-Bistros tötete.

Quelle: dpa

Leipzig. wegen Beihilfe zum Totschlag zu fünf Jahren Haft verurteilt. Damals blieb weitgehend unklar, wer Jamal A. Mortada in seinem Döbelner Bistro Aladin tötete.

Der Aladin-Mord wird künftig das Landgericht Dresden beschäftigen. Dorthin verwies der Leipziger Strafsenat des BGH unter Vorsitz von Clemens Basdorf den Fall. Der Senat gab den Revisionsanträgen der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage statt. Senatsvorsitzender Basdorf befand: "Die Ermittlungen und der Prozess in Chemnitz sind so schlecht gelaufen, dass wir Chemnitz den Fall wegnehmen." Deswegen müssen sich nun Dresdner Richter des immer noch unaufgeklärten Gewaltverbrechens annehmen.

Der Betreiber des Bistros Aladin in Döbeln war im November 2011 mit drei Schüssen aus kurzer Distanz getötet worden. Zeugen für den Mord gab es nicht, lediglich die Beschreibung eines maskierten Täters. Die Strafkammer in Chemnitz hatte es lediglich als erwiesen angesehen, dass der 33-jährige Mahmoud Ayman E. die Mordwaffe in Tschechien besorgt hat. Als Schützen vermutete die Kammer dagegen einen ins Ausland abgetauchten Komplizen.

Der BGH rügte, dass das Chemnitzer Gericht Mahmoud Ayman E. lediglich wegen Beihilfe zum Totschlag verurteilt hatte. "Wenn der Angeklagte Tatgehilfe war, liegt das Mordmerkmal Heimtücke auf der Hand", sagte Basdorf. "Man kann sehr lange überlegen, wer der Schütze war. Ob es tatsächlich Marwan M. war, erfahren wir nicht", so Basdorf.

Jener Marwan M. galt der Staatsanwaltschaft Chemnitz als Komplize. Er hat sich in den Irak abgesetzt. Die Schwurgerichtskammer am Chemnitzer Landgericht unter Vorsitz von Simone Herberger teilte offenbar die Ansicht vom möglichen Schützen Marwan M. "Vielleicht war der Schütze aber auch ein enger Kumpel der beiden", sagte dagegen Basdorf.

Er äußerte sich zudem kritisch darüber, wie Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Ahmed S., einen in Döbeln lebenden Mazedonier, als Hauptbelastungszeugen behandelten. Dieser gab an, beim Kauf der Tatwaffe in Tschechien dabei gewesen zu sein und zudem beobachtet zu haben, wie der Angeklagte die Sehschlitze in eine Skimütze schnitt. Eine solche Mütze trug dann der Schütze. Als enger Freund von Marwan M. und dem Angeklagten hätte auch Ahmed S. als Tatbeteiligter gelten können.

Aus Sicht der Verteidiger von Mahmoud Ayman E. wurden die Aussagen der Entlastungszeugen in der ersten Instanz nicht ausreichend berücksichtigt. Darunter war um Beispiel Anja D., eine Angestellte des Bistros. Sie sah den Täter und blickte sogar kurz in den Lauf der Tatwaffe, einer tschechischen Ceska, Kaliber 9 Millimeter. Sie erkannte jedoch in dem Todesschützen nicht den Angeklagten.

Obwohl die Revision des Angeklagten scheiterte, sieht die Verteidigung im Ausgang des gestrigen Verfahrens eine neue Chance.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.12.2013

Dirk Wurzel

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