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Bus-Tragödie auf der Autobahn bei Dresden – kein Haftbefehl gegen Unglücksfahrer

Bus-Tragödie auf der Autobahn bei Dresden – kein Haftbefehl gegen Unglücksfahrer

Übermüdung des Fahrers soll Auslöser des schweren Busunglücks in Dresden mit zehn Toten gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft beantragte am Sonntag Haftbefehl gegen den 44-jährigen Fahrer des verunglückten Doppeldecker-Busses, das Amtsgericht Dresden lehnte dies jedoch am Abend ab.

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Der verunglückte Reisebus auf der A4 bei Dresden: Gegen den 44-jährigen Fahrer wird wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

Quelle: dpa

Dresden. Für die Ermittler steht der Pole im Verdacht der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung.

Das schwerste Busunglück seit Jahren in Deutschland kostete am frühen Samstagmorgen mindestens zehn Menschen das Leben, 69 wurden nach Polizeiangaben verletzt. Bei dem verheerenden Unfall fuhr der polnische Dopppeldecker, der nach Westen unterwegs war, in der Nacht zum Samstag gegen 2 Uhr morgens auf einen Reisebus aus der Ukraine auf. Durch die Wucht des Aufpralls schleuderte er über die Autobahn und raste durch die Leitplanke auf die Gegenfahrbahn. Dort krachte er in einen polnischen Kleinbus, stürzte etwa zehn Meter eine Böschung hinunter und überschlug sich.

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Dresden. Knapp drei Wochen nach dem schweren Busunglück in Dresden mit elf Toten sind die Untersuchungen an den Wracks der beteiligten Fahrzeuge abgeschlossen. „Der Gutachter ist fertig“, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Bis dessen Bericht vorliegt und die Unfallursache geklärt werden könne, würden wohl noch Wochen oder Monate vergehen.

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Die Staatsanwaltschaft vermutet Übermüdung als Grund für das Unglück und beantragte den Haftbefehl wegen Fluchtgefahr. Dieser Haftgrund gegen den Mann, der noch im Krankenhaus liegt, wurde vom Gericht nicht anerkannt. „Wir hatten es so gesehen, dass er sich auf Grund der hohen Straferwartung einem Gerichtsverfahren in Deutschland nicht stellen würde“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Lorenz Haase der dpa. Gegen den Mann werde weiter ermittelt. Sollte Anklage erhoben werden, werde ihm diese in Polen zugestellt.

Nach der Katastrophe bot die Autobahn ein Bild des Grauens: Ein zerfetztes Kleinbus-Wrack, abgerissene Leitplanken, über die Fahrbahn verstreute Trümmer und der eine Böschung hinabgestürzte Doppeldecker waren zu sehen. Den 150 herbeigerufenen Rettern boten sich Szenen des Schreckens und der Verwüstung. Acht der neun Insassen des Kleinbusses und zwei Menschen aus dem Reisebus kamen ums Leben.

Mehrere Menschen schweben noch in Lebensgefahr

Insgesamt 69 Menschen wurden verletzt, 39 davon schwer, mehrere Opfer schwebten am Sonntag noch in Lebensgefahr. In dem Bus aus der Ukraine, in dem eine Reisegruppe nach Nürnberg fuhr, wurden vier Menschen leicht verletzt. Die Verletzten kamen in Krankenhäuser in Dresden, Pirna und Radebeul. Viele Reisende hatten Brüche, Schürfwunden, Prellungen oder einen Schock. Bis Sonntagmorgen wurden sechs der zehn Toten identifiziert. Sie alle kämen aus Polen, hieß es im Lagezentrum der Polizeidirektion Dresden. In dem polnischen Bus waren laut Passagierliste 65 Gäste, dazu zwei Fahrer und ein Reiseleiter.

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Das Innere des verunglückten Reisebusses.

Quelle: dpa

Nach Informationen des Busunternehmens wurde das Fahrzeug erst kürzlich technisch überprüft. Nach dem Unfall barg einer der beiden Fahrer des Doppeldecker-Busses Verletzte aus dem Wrack. Er zog eine Frau, die im Bus in einer der hinteren Reihen saß, aus dem umgekippten Fahrzeug. „Er hat mir das Leben gerettet“, sagte sie dem polnischen Nachrichtensender TVN 24. Die Reisegruppe aus der Ukraine setzte bereits am Samstagnachmittag ihre Fahrt nach Nürnberg fort.

Die A4, die von Eisenach in Thüringen nach Görlitz an der Grenze zu Polen führt, war am Samstag an der Unfallstelle bis zum frühen Nachmittag voll gesperrt. Da das Unglück mit dem Beginn der Sommerferien in Sachsen zusammenfiel, bildeten sich lange Staus. Durch Umleitungen waren auch Teile des Dresdner Straßennetzes verstopft.

dpa

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