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Dynamo-Fans feierten Zerstörungsorgie in Regionalzug

Bilder aus Regionalzug Dynamo-Fans feierten Zerstörungsorgie in Regionalzug

Widerliche Bilder aus einem Regionalzug der Deutschen Bahn. Am Wochenende feierten 1000 Dynamo-Fans eine wilde Zerstörungsorgie auf der Rückfahrt von Magdeburg nach Dresden. Bahn und Polizei präsentierten der Öffentlichkeit nun das volle Ausmaß der Zerstörung.

 Hier ist nicht mehr viel vom Aufstiegsglanz zu erkennen. Die Bahn rechnet mit mindestens 100.000 Euro Schaden.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Herausgerissene Lampen, eingeschlagene Scheiben, zerstörte Deckenverkleidungen sowie Berge aus Müll, Bierdosen, Schnapsflaschen und Zigarettenstummeln – beim Betreten des Regionalzuges, der am Wochenende rund 1000 Dynamo-Fans von und nach Magdeburg brachte, offenbarten sich widerliche Bilder.

„Der Zug wurde extrem zerstört. So etwas habe ich seit Jahren nicht mehr erlebt“, zeigte sich Stephan Naue erschrocken. Er ist Marktgebietsleiter der Deutschen Bahn in Sachsen und somit verantwortlich für den Sonderzug. „Der Verein hat im Vorfeld angekündigt, dass etwa 1000 Dynamo-Fans mit den Zügen der Deutschen Bahn reisen wollten. Deshalb haben wir kurzfristig einen Entlastungszug zur Verfügung gestellt“, erklärte Naue.

Während es auf der Reise nach Magdeburg bei den „üblichen Verunreinigungen“ geblieben sei, kam es laut Hauptkommissar Holger Ulitzsch von der Bundespolizei Dresden auf der Rückfahrt nach Dresden zu einer regelrechten Zerstörungs- und Vandalismus-Orgie durch die Zuginsassen. „Es wurde getrunken, geraucht und in aggressiver Art und Weise zerstört“, fügte Ulitzsch hinzu.

Dynamo-Fans zerstörten auch die Deckenverkleidungen.

Dynamo-Fans zerstörten auch die Deckenverkleidungen.

Quelle: Anja Schneider

Aus diesem Grund entschieden sich Bahn und Bundespolizei dafür, den Zug in verwüstetem Zustand der Öffentlichkeit vorzuführen. „Alle sechs Wagen mussten aufgrund der massiven Zerstörung aus dem Umlauf genommen werden“, so DB-Marktgebietsleiter Naue.  Deshalb können sie aller Voraussicht nach auch nicht, wie ursprünglich geplant, am kommenden Sonntag als zusätzliche Beförderung beim Dresden-Marathon eingesetzt werden.

Während der Rückfahrt war weder Security- noch Polizeipersonal an Board. „Bei Fanfahrten stellt der Verein selbst die Security. Bei unseren Sonderzügen ist das aber nicht der Fall“, sagte Naue. Der Einsatz von Bundespolizisten wäre laut Holger Ulitzsch ebenso wenig denkbar gewesen. „Bei 1000 betrunkenen Fans in einem Zug ist es nicht möglich, eine handlungsfähige Einheit einzusetzen“, erklärte der Hauptkommissar. Die Bundespolizei hat nun mehrere Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet. „Wir werten jetzt Videos aus und denken auch über DNA-Abgleiche nach. Außerdem wissen wir ungefähr, welche Gruppen im Zug dabei waren“, beschrieb Ulitzsch den Stand der Ermittlungen.

„Die Kosten zur Instandsetzung des Zuges können wir jetzt noch nicht beziffern. Aber es geht auf jeden Fall in den mittleren fünfstelligen Bereich“, fürchtet Stephan Naue. Die Bahn wird wohl auf den Kosten sitzen bleiben. „Bis jetzt hat sich noch niemand vom Verein oder den Fanclubs bei uns gemeldet und Hilfe bei der Aufklärung oder der Reinigung angeboten“, erklärte Naue. Doch das ist nicht das einzige, was den 40-Jährigen stört. Es gehöre mittlerweile zur Tagesordnung, dass „herkömmliche Verschmutzungen“ wie Müll, Kippenstummel und Bierdosen bei Fahrten von Dynamo-Fans in Kauf genommen werden.

„Das Geschehen am Wochenende hatte eine ganz neue Qualität“, ergänzte der DB-Marktgebietsleiter. Er möchte jetzt gemeinsam mit den Verantwortlichen ein Konzept zur Lösung des Problems erarbeiten. Zudem sei es laut Naue auch keine Option, zukünftig auf Sonderzüge zu verzichten. „Dann fahren die Fans halt mit den regulären Zügen und randalieren dort“, fügte der 40-Jährige hinzu. Die am Wochenende verwüstete Regionalbahn ist ein älteres Modell und wird nur für Sonderfahrten eingesetzt. „Das ist trotzdem kein Grund, den Zug derartig zu demolieren“, sagte Naue.

Von Sebastian Burkhardt

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