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Ehepaar im Burgenlandkreis soll Pflegekinder gequält und missbraucht haben

Ehepaar im Burgenlandkreis soll Pflegekinder gequält und missbraucht haben

Die Vorwürfe wiegen extrem schwer - und es steht Aussage gegen Aussage. Ein Ehepaar aus dem Burgenlandkreis soll zwei Pflegekinder jahrelang misshandelt und gequält haben.

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Die wegen Misshandlung von Pflegekindern Angeklagten Matthias und Kathrin S. sitzen am Donnerstag (01.09.2011) vor Prozessbeginn im Landgericht Halle.

Quelle: dpa

Halle. Die 46 Jahre alte Frau und ihr 48 Jahre alter Ehemann müssen sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Halle verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gefährliche Körperverletzung, Misshandlung von Schutzbefohlenen sowie schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vor. Zum Auftakt des Prozesses stritten die Angeklagten alle Vorwürfe ab.

„In unserer Familie hat es keine Gewalt gegeben. Es wurde nie geschlagen“, sagte die Frau. „Das ist alles nicht wahr“, sagte der Mann zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Laut Anklage sollen die Pflegeeltern, die auch noch drei leibliche Kinder haben, die Pflegekinder unter anderem fast zwei Tage lang in einem Keller ihres Hauses eingesperrt haben - ohne Essen, Trinken und Toilette. „Um sie auf diese Weise zu züchtigen“, sagte die Staatsanwältin. Der Pflegevater und die Pflegemutter sollen die beiden Kinder immer wieder schwer verprügelt, die Frau dem Mädchen zudem ein heißes Bügeleisen auf die Hand gedrückt haben. Die Kinder hätten Todesängste ausgestanden.

Der heute 21 Jahre alte frühere Pflegesohn belastete seine einstigen Pflegeeltern schwer, er und sie sprachen sich mit „Sie“ im Gerichtssaal an. „Es gab tausende Ereignisse“, sagte der junge Mann zu den Vorwürfen. Angefangen habe es mit der Geburt des dritten Sohnes des Paares. „Da wurde es strenger.“ Er und seine Schwester, heute 17, seien von der Familie ausgegrenzt worden. Der Pflegevater habe ihn auch bis zur Ohnmacht gewürgt und wegen seiner dunklen Hautfarbe gedemütigt.

Die Pflegemutter habe ihn mit dem Handfeger „versohlt“, seiner Schwester einen Zahn ausgeschlagen. „Aus Angst habe ich immer gesagt, es ist alles in Ordnung“, sagte er auf die Frage, ob niemand im Umfeld der Familie etwas bemerkt habe. Er habe sich erst Jahre später offenbart, weil er vieles verdrängt habe. An manche Details könne er sich heute nicht mehr erinnern, weil es lange her sei.

Das Ehepaar hatte die beiden Kinder 1998 zur Pflege bekommen. Laut Anklage begannen die Misshandlungen, als das Mädchen etwa sechs und der Junge etwa zehn Jahre alt war. Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Zeitraum zwischen 2000 und 2006. Die Pflegemutter sagte vor Gericht, anfangs habe es keine Probleme mit den Pflegekindern gegeben. „Es waren unsere Kinder, wir haben keine Unterschiede gemacht“, sagte der Mann. Später sei aber innerhalb der Familie Geld gestohlen worden, der Junge sei mehrfach ausgerissen und es habe Probleme auch in der Schule gegeben. 2004 seien der Junge, 2006 dann das Mädchen wieder in ein Heim gekommen.

Ins Rollen kamen die Ermittlungen gegen das Paar durch einen Brief der Pflegetochter im Jahr 2008, die sich an das Jugendamt wandte. Das Landgericht hat vorerst drei weitere Verhandlungstage bis zum 21. September anberaumt. 18 Zeugen sollen gehört werden.

Petra Buch, dpa

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