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Ermittler finden mehr Waffen in abgebranntem Haus in Zwickau - Polizistenmord ungeklärt

Ermittler finden mehr Waffen in abgebranntem Haus in Zwickau - Polizistenmord ungeklärt

Die Polizei hat in den Trümmern des abgebrannten Hauses in Zwickau weitere Schusswaffen gefunden. Verantwortlich für die Brandstiftung soll die 36 Jahre alte Beate Z.

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Ein Polizist wirft den Schutt des durch eine Explosion zerstörten Hauses in Zwickau in einen Container. Die Beamten haben in den Trümmern weitere Waffen gefunden.

Quelle: dpa

Zwickau/Erfurt. sein. Sie sitzt derzeit wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung in Untersuchungshaft. Die Reste des Waffenlagers und gefundene Kleidungsstücke lassen Ermittler auf die Aufklärung mehrerer Bankraube hoffen - und möglicherweise auch auf die des Heilbronner Polizistenmordes vor viereinhalb Jahren.

Entgegen ihrer ursprünglichen Planung haben die Ermittler ihre Spurensuche in der Hausruine am Donnerstag noch nicht abgeschlossen. Möglicherweise werde sie bis zum Wochenende andauern, kündigte ein Polizeisprecher an. Bisher wurden neun Faustfeuerwaffen, ein Repetiergewehr und eine Maschinenpistole entdeckt, wie die Zwickauer Staatsanwältin Antje Dietsch am Donnerstag sagte.

Beate Z. hatte in dem Haus seit Anfang 2008 mit zwei Männern gelebt, die sich selbst getötet haben sollen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tatverdächtige am 4. November eine Explosion verursacht hat, um Beweise zu vernichten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft schweigt die Frau zu den Vorwürfen. Daher bleibt vorerst unklar, inwiefern das Trio in den Fall des Polizistenmordes in Heilbronn vor viereinhalb Jahren verwickelt ist.

In dem Haus wurde unter anderem eine Pistole gefunden, baugleich mit der, mit der in Heilbronn 2007 eine 24-jährige Polizistin erschossen worden war. Sollte es sich dabei tatsächlich um die Mordwaffe handeln, könnte die 36-Jährige wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes und versuchten Mordes belangt werden. Bestätigt wurde von den Zwickauer Ermittlern bislang nur, dass in der Ruine entdeckte Handschellen und Reizspray den Heilbronner Opfern eindeutig zuzuordnen seien.

Die beiden Männer hatten laut Polizei - ebenfalls am 4. November - nach einem Banküberfall im thüringischen Eisenach Selbstmord in einem Wohnmobil begangen. Dort wurde unter anderem die Dienstwaffe der in Heilbronn getöteten Polizistin gefunden.

Wie Beate Z. hatten auch ihre 34 und 38 Jahre alten Komplizen Kontakte in die Neonazi-Szene. In den 1990er-Jahren sollen sie beim rechtsextremen „Thüringer Heimatschutz“ aktiv gewesen sein - danach jedoch nicht mehr. Nach dem Thüringer erklärte nun auch der sächsische Verfassungsschutz, dass sie nicht als V-Leute für ihn gearbeitet haben und man nichts über ihre Aufenthaltsorte wusste.

Auch das sächsische Landeskriminalamt hat bislang noch nie etwas mit dem Trio zu tun gehabt, wie eine Sprecherin am Donnerstag sagte. Polizeisprecher Oliver Wurdak zufolge waren die beiden Fotos, mit denen am Dienstag nach Beate Z. gefahndet worden war, von der Polizei zuvor im abgebrannten Wohnhaus gefunden worden.

Unklar ist bislang auch die Beteiligung der Frau an mehreren Banküberfällen. Auf das Konto der beiden Männer sollen seit 1999 mindestens 14 Raubzüge gehen - zwei in Thüringen, zwei in Mecklenburg-Vorpommern und zehn in Sachsen.

Allein in Chemnitz gab es vom 6. Oktober 1999 bis zum 22. November 2005 eine Serie von sieben sich auffallend ähnelnden Überfällen. Nach Angaben von Polizeisprecher Frank Fischer habe es sich in allen Fällen um zwei maskierte Täter gehandelt, die „äußerst brutal“ agiert hätten und mit Fahrrädern geflüchtet seien. Erbeutet hätten sie bis 2000 bei drei Überfällen in Postfilialen insgesamt mehrere 10 000 D-Mark, bei drei Sparkassen-Überfällen 2003 und 2004 dann zusammen mehrere 10 000 Euro. Bei einem Überfall 2005 seien die Täter ohne Beute geflohen. So auch 2006 in Zwickau, wo sie bei zwei Streifzügen 2001 und 2002 umgerechnet etwa 86 000 Euro erbeutet hatten.

Die Ermittler in Heilbronn prüfen im Fall des Polizistenmordes nun auch mögliche Verbindungen zur rechtsextremen Szene. „Es ist nicht unbedeutend, welchem Milieu die Tätergruppierung angehört“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Heilbronn, Harald Lustig.

Im Innenausschuss des Thüringer Landtags will Innenminister Jörg Geibert (CDU) am Freitag zu dem Fall Stellung nehmen. Die Opposition sieht eine Reihe offener Fragen und fordert vor allem Aufklärung über die Rolle der Sicherheitsbehörden. Dem Vernehmen nach wird sich auch die für den Geheimdienst zuständige Parlamentarische Kontrollkommission mit dem Fall beschäftigen. Die Linke in Sachsen und Thüringen forderte angesichts des komplexen Falles eine länderübergreifende Ermittlungsgruppe.

Tino Moritz, dpa

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