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Experte: Löscheinrichtung hätte bei Busunglück kaum geholfen

Rauch ein großes Problem Experte: Löscheinrichtung hätte bei Busunglück kaum geholfen

Auch eine automatische Löscheinrichtung hätte bei dem Busunfall in Oberfranken aus Expertensicht die Katastrophe kaum verhindern können. „Selbst eine moderne Einrichtung im Bus löscht im Motorraum, im Zweifelsfall auch noch im Gepäckraum und auch noch in der Bustoilette, darf aber nicht im Innenraum löschen“, sagte Fachmann Johannes Hübner.

Im Bus habe sich nach dem Unglück kein brennbares Material mehr befunden.

Quelle: dpa

Köln/Münchberg - . Auch eine automatische Löscheinrichtung hätte bei dem Busunfall in Oberfranken aus Expertensicht die Katastrophe kaum verhindern können. „Selbst eine moderne Löscheinrichtung im Bus löscht im Motorraum, im Zweifelsfall auch noch im Gepäckraum und auch noch in der Bustoilette, darf aber nicht im Innenraum löschen“, sagte Johannes Hübner, Sicherheitsexperte vom RDA Internationalen Bustouristik Verband in Köln, am Montag. Die chemischen Löschmittel könnten Passagiere sonst beeinträchtigen.

Am Montagmorgen war nahe Münchberg südwestlich von Hof ein Reisebus auf einen Sattelzug aufgefahren, die Polizei ging nach ersten Erkenntnissen von 18 Toten durch das Unglück aus.

Hübner erklärte weiter, dass im Armaturenbrett eines Busses die Elektrik des Fahrzeugs zusammengefasst sei, dort könnte es zu einem Kurzschluss gekommen sein. Auch wenn die Materialien in einem Bus feuerhemmend seien, breite sich der Brand schnell aus, wenn er nicht sofort gelöscht werde. „Die Beeinträchtigung ist nämlich vor allem der Rauch, der in den Innenraum dringt“, sagte Hübner.

Wenn der Fahrer nicht mehr in der Lage war, die hintere Tür zu öffnen, könne das einer der Gäste gemacht haben. Meist würden aber Fenster eingeschlagen - doch tue man dies, ziehe der Rauch noch schneller durch den Bus. „Mit anderen Worten: Die Situation ist sehr schnell außer Kontrolle“, sagte der Sicherheitsbeauftragte.

Generell seien die deutschen Busunternehmen vorbildlich bei der Einhaltung europaweit einheitlicher Sicherheitsstandards. Zwar seien Abstandswarner und Notbremsassistenten noch nicht in Serie eingebaut. Aber Busse müssten alle sechs Monate zu einer Zwischenuntersuchung und jährlich zum TÜV. Busfahrer könnten wegen auch technischer Kontrollsysteme keine Lenk- und Ruhezeiten mehr überschreiten. Zudem gebe es ein von der EU vorgeschriebenes Nachschulungsprogramm, wobei Fahrer alle fünf Jahre den Führerschein aktualisieren lassen müssen.

Von LVZ

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