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Filmportal Movie2k abgeschaltet – Sächsische Ermittler verfolgen Spur zu kino.to

Filmportal Movie2k abgeschaltet – Sächsische Ermittler verfolgen Spur zu kino.to

Nach der Abschaltung von kino.to hatte sich Movie2k zum beliebtesten – und noch weitaus größeren – Streaming-Portal für raubkopierte Filme im Internet entwickelt.

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Abgeschaltet: Das rechtlich umstrittene Filmportal Movie2k ist seit Mittwoch offline. Es war einer der populärsten Nachfolger von kino.to.

Quelle: Screenshot

Leipzig/Dresden. Seit Mittwoch ist die Seite abgeschaltet. Grund sind offenbar Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden.

Wer am Freitag die Domain movie2k.to besuchte, bekam eine Fehlermeldung angezeigt. Noch am Nachmittag dann war die Seite, auf der zuletzt rund 24.000 Originalfilme in deutscher Sprache zu sehen waren, komplett offline. Die Generalstaatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Abschaltung mit ihren Ermittlungen zusammenhängt, erklärte Sprecher Wolfgang Klein am Freitag gegenüber LVZ-Online.

Vergangene Woche war den Fahndern einer der Top-Uploader von kino.to ins Netz gegangen. Der Mann mit dem Pseudonym „Hologramm“ soll von Niedersachsen aus – zunächst hatte es gehießen, er komme aus Schleswig-Holstein – mehr als 120.000 Filme illegal ins Netz gestellt haben. Auch Movie2k hatte er später kontinuierlich mit Nachschub versorgt. Weil sich der Mann kooperativ zeigte, kam er wieder auf freien Fuß.

Offenbar enge Verbindung zwischen kino.to und Movie2k

„Darüber hinaus gab es weitere Ermittlungsmaßnahmen, die nun offenbar die Abschaltung der Seite Movie2k zur Folge hatten“, sagte Oberstaatsanwalt Klein. Bei den Recherchen im Fall kino.to seien die Ermittler auf Verstrickungen bei der „Organisation und Durchführung“ von Movie2k gestoßen. „Es gibt Verbindungen unter den Beschuldigten“, so der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, die die Ermittlungen in dem Fall leitet.

Wer die Seite abgeschaltet hat, ist jedoch noch unklar. „Wir waren es nicht“, betonte Klein. Bei der Razzia gegen kino.to im Juni 2011 war das Portal von den Ermittlern beschlagnahmt und mit einem Online-Hinweis für die Nutzer versehen worden. Auch der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) lagen bis Freitag keine Informationen zu den Hintergründen vor. Sie hatte die Ermittlungen gegen kino.to und Movie2k mit Strafanzeigen initiiert – und wird seit der Abschaltung am Mittwoch mit Anfragen überhäuft, was Geschäftsführer Matthias Leonardy zu einer Presseerklärung veranlasste.

Zuletzt mehr Aufrufe als Spiegel Online

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Bei der Razzia gegen kino.to im Juni 2011 war das Portal von den Ermittlern beschlagnahmt und mit einem Online-Hinweis für die Nutzer versehen worden.

Quelle: dpa

„Falls die Verantwortlichen von Movie2k ihr illegales Angebot selbst abgeschaltet haben sollten“, sagte Leonardy, „deuten wir das als ein erstes Signal für ihre Bereitschaft, den entstandenen Schaden für die Filmwirtschaft nicht noch weiter zu vertiefen.“ Ob Movie2k dauerhaft offline bleibt, ist jedoch unklar. Es könne sich auch um eine Vorsichtsmaßnahme oder einen Server-Umzug handeln, wird in der Szene spekuliert.

Movie2k lag laut Alexa-Ranking auf Platz 17 der meistaufgerufenen Internet-Seiten in Deutschland – noch vor Spiegel Online. Zuletzt waren laut GVU bis zu 100.000 Filmdateien in acht Sprachen abrufbar – mehr als dreimal so viele wie einst auf kino.to. „Movie2k war noch deutlich größer“, berichtete Oberstaatsanwalt Klein.

Das illegale Streaming-Portal war neben kinox.to einer der populärsten Nachfolger von kino.to, dessen Betreiber in Leipzig saßen und 2012 zu Haftstrafen von bis zu viereinhalb Jahren verurteilt worden waren. Gegen die Nutzer der illegalen Webangebote will die Staatsanwaltschaft vorerst nicht ermitteln. Ob es sich beim Streaming eines Films um einen rechtswidrigen Download handelt, ist unter Juristen nach wie vor umstritten. „Unsere Hauptzielrichtung sind die Betreiber“, stellte Klein klar.

Robert Nößler

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