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Freund stirbt Hitzetod im Auto - 22-Jähriger in Magdeburg zu Bewährungsstrafe verurteilt

Freund stirbt Hitzetod im Auto - 22-Jähriger in Magdeburg zu Bewährungsstrafe verurteilt

Weil er fahrlässig den Hitzetod eines Freundes verursacht hat, ist ein 22-Jähriger in Magdeburg zu 13 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der Angeklagte im Sommer 2011 seinen angetrunkenen, bewusstlosen Freund, der von einem Baum gestürzt war, auf den Rücksitz eines Autos legte und dort seinem Schicksal überließ.

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Weil er fahrlässig den Hitzetod eines Freundes verursacht hat, ist ein 22-Jähriger in Magdeburg zu 13 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Quelle: dpa

Magdeburg. Der damals 22-Jährige starb an einem Hitzschlag, da sich das Fahrzeug in der Sonne stark aufgeheizt hatte. Das sei fahrlässige Tötung, urteilte die Kammer.

„Der Angeklagte hätte sofort ärztliche Hilfe holen müssen“, sagte der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg. In der Urteilsbegründung betonte er, dass der 22-Jährige nicht vorsätzlich gehandelt habe. Davon sei die Kammer überzeugt. „Er hätte aber erkennen müssen, wie sehr die Sonne Anfang Juni ein Auto aufheizen kann und welche Gefahren dadurch entstehen.“ Es sei nicht nachvollziehbar, warum er niemandem gesagt hatte, wo sein Freund sich befindet und in welchem Zustand er war.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil weitgehend den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Die Nebenklage, die Mutter und Bruder des Toten vertritt, kündigte Revision an. Sie hatte wegen Aussetzung mit Todesfolge für eine vierjährige Haftstrafe plädiert. Im Fall einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung hatte sie zweieinhalb Jahre Haft gefordert.

Laut Gericht war der Getötete in der Nacht des 5. Juni auf einer Wiese nahe Klein Quenstedt (Harzkreis) auf eine Weide geklettert, um jugendliche Camper zu erschrecken. Aus etwa 6,50 Meter Höhe sei er vom Baum gestürzt und habe sich unter anderem mehrere Rippen und das Brustbein gebrochen. Die Verletzungen seien nach Aussage einer Rechtsmedizinerin aber nicht tödlich gewesen. Vor dem Sturz habe der Getötete mit dem Angeklagten und einem weiteren Freund gemeinsam eine Poolparty gefeiert und auch Alkohol getrunken, hieß es. Wie betrunken der Getötete war, konnte auch die Medizinerin nicht sagen.

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn am vergangenen Dienstag ausgesagt, die ganze Situation falsch eingeschätzt zu haben. Die Regungslosigkeit seines Kumpels habe er falsch gedeutet. „Ich dachte, das kommt vom Trinken und er muss seinen Rausch ausschlafen“, sagte er. Er entschuldigte sich bei der Familie des Toten. „Ich kann es nicht wieder rückgängig machen. Es tut mir alles leid.“

Der Fall hatte bereits zum dritten Mal die Justiz beschäftigt. Im März hatte das Amtsgericht Halberstadt den Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Nebenkläger gingen in Berufung. Im Berufungsprozess vor dem Landgericht Magdeburg hatte die Kammer angeordnet, den Fall neu zu verhandeln.

Sabrina Gorges, dpa

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