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Gefängnis-Geiselnahme in Görlitz: Prozess-Auftakt nach nur zehn Minuten unterbrochen

Gefängnis-Geiselnahme in Görlitz: Prozess-Auftakt nach nur zehn Minuten unterbrochen

Gefesselt und streng bewacht im Landgericht: Von sechs Justizbeamten aufmerksam beobachtet steht der Geiselnehmer aus dem Görlitzer Gefängnis seit Donnerstag vor Gericht.

Görlitz. Der 33-Jährige wurde an Händen und Füßen gefesselt in den Saal im Landgericht Görlitz geführt. Von ihm gehe nach wie vor eine große Gefahr aus, für andere und gegen sich selbst, sagte der Vorsitzende Richter.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Geiselnahme und schwere Körperverletzung vor. Laut Anklage hat der Pole am 10. November 2010 einen Mithäftling in seine Gewalt gebracht, rund sieben Stunden lang festgehalten und bedroht, um die Auslieferung in sein Heimatland zu verhindern. Auch dort hatte ein Haftbefehl gegen ihn vorgelegen.

Der Angeklagte habe dem Landsmann ein präpariertes Feuerzeug an den Hals gehalten, aus dem eine 35 Millimeter lange Schraube ragte. Dadurch sei das Opfer verletzt worden, erläuterte der Staatsanwalt. „Seine Forderung war, dass er seine Reststrafe in Deutschland absitzen kann.“ Der verurteilte Gewalttäter war erst kurz vor der Tat aus Hessen über Bayern nach Görlitz verlegt worden. Die Einsatzkräfte konnten die Geisel schließlich befreien, der Täter wurde dabei leicht verletzt.

Die Verhandlung gegen ihn wurde nach nur zehn Minuten wieder unterbrochen, weil der Angeklagte jegliche Mitarbeit verweigerte. Selbst auf die Frage des Vorsitzenden Richters „Verstehen Sie mich, hören Sie mich?“ regte sich nichts. Der kräftig wirkende Mann mit kurz geschorenem Haar lag die ganze Zeit regungslos mit dem Gesicht auf der Anklagebank. Seine Verhandlungsfähigkeit war vor Prozessbeginn noch einmal geprüft worden.

Der Prozessauftakt war ursprünglich schon für Anfang Mai geplant gewesen. Da der Angeklagte damals mehrere Tage zuvor jegliche Nahrungsaufnahme verweigert hatte und nicht transportfähig war, platzte der Termin. Nun sind bis zum 12. Juli sieben Verhandlungstage angesetzt. Insgesamt sind 13 Zeugen und ein Sachverständiger geladen. Bei einer Verurteilung droht dem Geiselnehmer eine Freiheitsstrafe zwischen 5 und 15 Jahren.

Anett Böttger, dpa

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