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Getöteter Flüchtling in Dresden: Strafanzeige gegen Polizei – Berichte über Hakenkreuz

Getöteter Flüchtling in Dresden: Strafanzeige gegen Polizei – Berichte über Hakenkreuz

Nach dem gewaltsamen Tod des Asylbewerbers Khaled I. in Dresden laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. „Die ganze Maschinerie, die Staatsanwaltschaft und Polizei zur Verfügung haben, wird aufgeboten“, sagte Staatsanwalt Lorenz Haase am Donnerstag in Dresden.

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Die Plattenbauten an der Johannes-Paul-Thilman-Straße im Stadtteil Dresden-Leubnitz-Neuostra.

Quelle: dpa

Dresden. Dazu gehöre unter anderem die Auswertung von Videomaterial aus Bussen und Bahnen sowie die Befragung von Zeugen.

Dabei konzentrierten sich die Ermittler bisher auf die Mitbewohner und Nachbarn des Toten. Hinweise auf Täter, Hintergründe und Umstände des Verbrechens gebe es aber noch nicht, sagte Haase.

Der Flüchtling aus Eritrea wurde am Dienstagmorgen tot vor seinem Wohnhaus in einer Plattenbausiedlung im Stadtteil Leubnitz-Neuostra gefunden. Laut Staatsanwaltschaft starb der 20-Jährige durch Messerstiche in Hals und Brust. Die Behörde ermittelt wegen Totschlags.

Das Verhalten der Polizei wirft allerdings Fragen auf: Am Dienstag hatten die Beamten noch mitgeteilt, es gebe keine Anzeichen für eine Straftat. Nach der Obduktion am Mittwoch kam dann aber heraus, dass Khaled I. durch mehrere Stiche in den Hals- und Brustbereich starb. Stiche, die die Beamten am Dienstagmorgen übersehen hatten?

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck erstattete daraufhin Strafanzeige gegen Unbekannt wegen möglicher Strafvereitelung im Amt. Der innenpolitische Sprecher seiner Fraktion kritisiert darin unter anderem, dass die Spurensicherung erst 30 Stunden nach dem Auffinden der Leiche anrückte. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten damit die Strafverfolgung verzögert, wenn nicht gar vereitelt. Wie die Grünen-Fraktion im Landtag mitteilte, räumte die Dresdner Polizei am Donnerstag im Innenausschuss des Landtages Fehler ein. Grund dafür sei die Auffindesituation des Toten gewesen

„Flüchtlinge in dieser Stadt haben Angst“, erklärte eine Sprecherin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Sachsen, deren Mitarbeiter den 20-Jährigen sowie dessen sieben Mitbewohner aus Eritrea bisher betreut haben. In der vergangenen Woche habe ein Kollege von Tritten gegen die Wohnungstür der Asylbewerber sowie von Hakenkreuz-Schmierereien im Hausflur berichtet. Laut eines Berichts des britischen Guardian sei das Nazi-Symbol wenige Tage vor dem Tod von Khaled I. in der zweiten Etage des Flüchtlingheims aufgetaucht. Darunter soll gestanden haben: "Wir kriegen Euch alle".

Nach einer spontanen Mahnwache am Dienstagnachmittag mit mehr als 200 Teilnehmern ist nun für Samstagnachmittag eine Demonstration in Gedenken an den Ermordeten angekündigt.

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