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Größter Fliegerbombenfund aus dem Zweiten Weltkrieg bei Rabenau erfolgreich entschärft

Größter Fliegerbombenfund aus dem Zweiten Weltkrieg bei Rabenau erfolgreich entschärft

Am Ende atmete Sprengmeister Thomas Lange durch. "Das war einzigartig" sagte der Experte des Kampfmittelbeseitigungsdienstes am Dienstagabend mitten in der Dippoldiswalder Heide.

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Die Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg liegen nach den Entschärfungsarbeiten in der Dippoldiswalder Heide zwischen Karsdorf und Oberhäslich (Sachsen) im Scheinwerferlicht.

Quelle: dpa

Dresden. Zusammen mit seinem Kollegen Joachim Kniesche hatte er in sieben Stunden elf Fliegerbomben aus dem zweiten Weltkrieg entschärft. 10 Uhr hatten beide begonnen, kurz vor 17 Uhr waren sie fertig.

Um die Belastung für die Bevölkerung in möglichst engen Grenzen zu halten, hatten sich die Sprengmeister entschlossen, alle Bomben an einem Tag zu entschärfen. Der Umfang sei ihm aber erst so richtig bewusst geworden, als die 250-Kilo-Geschosse Seit an Seit auf dem Waldboden lagen, die Zünder auf einem Podest daneben. Selbst für Lange, der mit 299 entschärften Sprengsätzen in den Tag ging, die eindeutig größte Aktion seiner Laufbahn.

Beide Sprengmeister arbeiten parallel

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Sprengmeister Thomas Lange beim Entschärfen einer Bombe am 11. November 2012 am Leipziger Zoo. (ArchivfotO)

Quelle: Dirk Knofe

10 Uhr hatten die beiden Sprengmeister begonnen. Teilweise konnten sie parallel arbeiten, lagen die Bomben aber zu dicht beieinander, musste jeweils einer pausieren. Sieben Stück entschärfte Lange, vier Bomben übernahm Kollege Kniesche. Die Konzentration hoch zu halten sei dabei trotz der Akkordarbeit nicht das größte Problem gewesen.

Denn obwohl die Bomben alle vom gleichen Typ sind, sei kein Handgriff zwei Mal der Gleiche. In vier Metern Tiefe - so weit lagen die Bomben im Waldboden vergraben - gehe es jedes Mal mit dem Putzen los. Und dann muss entschieden werden: In welchem Zustand ist der Zünder?

Laut Lange war dieses Mal alles dabei. Einige Zünder waren noch gesichert, andere komplett scharf. Probleme habe es aber nur mit Bombe sieben gegeben. Die lag nicht so tief in der Erde und war daher stärker verrostet. Hier brauchte der Sprengmeister gröberes Werkzeug und vor allem mehr Zeit. 50 Minuten habe dieser Sprengsatz in Anspruch genommen. Ansonsten reichten 35 bis 40 Minuten, bei einer Bombe kam er mit weniger als einer halben Stunde aus.

Lange: "Die Erleichterung ist enorm"

"Die Erleichterung ist enorm", sagte Lange anschließend. Am Abend wolle er sich einfach in seinen Sessel setzen und entspannen. Der Sekt für die 300. entschärfte Bombe bleibe aber noch bis zum Wochenende zu. Dafür sei die Anspannung am Abend noch zu hoch.

 

Auch abseits der beiden Sprengmeister, die mitten im Wald der Dippoldiswalder Heide tätig waren, sei alles planmäßig verlaufen, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. Die 150 eingesetzten Polizisten verlebten einen vergleichsweise ruhigen Tag. Die Evakuierung der 55 betroffenen Anwohner aus Rabenau sei am Vormittag problemlos verlaufen. Das Notquartier, eine Pension in Karsdorf, nahmen nur drei Betroffene in Anspruch. Am Abend konnten alle wieder zurück in ihre Häuser.

 

Polizei-Konzept geht auf

Es habe auch keine Probleme mit Schaulustigen gegeben. Die Einsatzkräfte hatten die Zugänge zum Wald kontrolliert, ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera hatte das 4 Hektar große Areal am Morgen nach potenziellen Schaulustigen abgesucht. Auch der Verkehr sei weitgehend reibungslos gerollt. Die Sperrung, unter anderem war die B170 zu, wurde erst nach dem morgendlichen Berufsverkehr in die Wege geleitet. Auch Nachmittags habe sich der Verkehr im Rahmen gehalten. Gegen 17.15 Uhr wurden fast alle Straßen wieder freigegeben. Lediglich die S193 zwischen Hafterteich und Gasthof Heidemühle blieb vorerst noch gesperrt. "Unser Konzept ist besser aufgegangen als erwartet", so Geithner.

 

Mit den Bomben-Einsätzen in Dresden sei der Tag nicht vergleichbar. Es gebe viel weniger Anwohner, die man zudem frühzeitig informieren konnte. Die insgesamt elf 250-Kilo-Bomben wurden kürzlich bei allgemeinen Kampfmittel-Räum-Einsätzen gefunden. Beim letzten Bomber-Angriff auf Dresden im April 1945 waren zwei US-B-17-Bomber kollidiert und abgestürzt. Der Einsatz vom Dienstag sei daher auch nur Teil 1. Denn die Bomben des zweiten Flugzeugs liegen noch immer im Wald. Nach Angaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes sollen sie im Frühjahr ausgegraben und entschärft werden.

Stephan Lohse / Franziska Viebach

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