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Großbrand zerstört Kirche südlich von Leipzig – Millionenschaden in Tellschütz bei Zwenkau

Großbrand zerstört Kirche südlich von Leipzig – Millionenschaden in Tellschütz bei Zwenkau

Ein ganzes Dorf steht unter Schock: Die Kirche im Zwenkauer Ortsteil Tellschütz (Kreis Leipzig) ist in der Nacht zum Sonnabend bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

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Lichterloh brennt in der Nacht zum Sonnabend die Kirche in Tellschütz bei Zwenkau. Durch das Feuer wird das Gotteshaus im Landkreis Leipzig völlig zerstört.

Quelle: Kreisfeuerwehrverband Landkreis Leipzig

Leipzig. Das mehr als 400 Jahre alte Gotteshaus ging aus bislang unbekannter Ursache in Flammen auf. Kirchturm und Kirchenschiff wurden völlig zerstört. Es entstand vermutlich ein Schaden in Millionenhöhe.

Kurz nach 3 Uhr wurden mehrere Löschzüge aus Zwenkau, Groitzsch, Pegau, Markranstädt und Böhlen in den 125-Seelen-Ort im Neuseenland gerufen. „Das Feuer war im Turm ausgebrochen, aber es breitete sich rasend schnell auf das gesamte Gebäude aus“, berichtete ein Feuerwehrmann gegenüber LVZ-Online. Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen des starken Windes durch Sturmtief "Elon" schwierig. Aufgrund von Problemen mit der Wasserversorgung musste zudem aus dem mehrere hundert Meter entfernten Mühlgraben Löschwasser zum Brandstelle gepumpt werden.

"Ich bin total geschockt. Das ist ein Drama. Die Kirche wiederaufzubauen, ist eine Riesenaufgabe", sagte Zwenkaus Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Pfarrerin Barbara Hüneburg war ebenso wie viele Einwohner des Dorfes den Tränen nahe. "Die Tellschützer weinen. Die Kirche war immer der erste Blick, wenn man ins Dorf kam und der letzte", sagte sie. Anwohner Michael Hartmann meinte: "Wir sind alle erschüttert."

Bislang keine Hinweise auf Brandstiftung

Verletzt wurde durch das Feuer niemand. Hinweise auf Brandstiftung gibt es laut Polizei bislang nicht. „Die Ermittlungen zur Ursache laufen“, sagte Thorsten Dressler aus dem Lagezentrum der Polizei gegenüber LVZ-Online. Voraussichtlich am Sonntag sollen Brandermittler in den Trümmern nach Spuren suchen. Die Restlöscharbeiten dauerten auch am Samstagnachmittag noch an. „Es werden Glutnester kontrolliert“, so der Polizeisprecher.

Durch den starken Funkenflug mussten in der Nacht umliegende Gebäude von der Feuerwehr gekühlt werden. Die Einsatzkräfte konnten ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude verhindern. Insgesamt war mehr als ein dutzend Fahrzeuge im Einsatz.

Die genaue Höhe des entstandenen Schadens ist bislang noch unklar. Sie dürfte sich aber im siebenstelligen Bereich bewegen, so der Polizeisprecher. Am Sonntag hätte in der kleinen Dorfkirche der nächste Gottesdienst stattfinden sollen. Rund 50 Tellschützer sind Mitglied in der Gemeinde. Das Gotteshaus ist das Schuckstück und Wahrzeichen des Ortes.

Alte Glocken und wertvolle Malereien Opfer der Flammen

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Ein Bild aus dem vergangenen Sommer: Die Kirche in Tellschütz war erst 1993 bis 1997 denkmalgerecht saniert worden.

Quelle: André Kempner

Der Turm der heute evangelisch-lutherischen Kirche stammt aus dem Jahr 1520, die älteste Glocke bereits aus dem Jahr 1400. Das Gotteshaus selbst war zuletzt von 1993 bis 1997 komplett saniert worden. Damals wurden unter anderem der Turm und das Dach des Kirchenschiffes denkmalgerecht erneuert und auch der Innenbereich mit Altar, Emporen, Bänken und Orgel restauriert.

Wie es nun mit der Gemeinde weitergeht, steht völlig in den Sternen. Die Einwohner hoffen auf Spendenbereitschaft, um die Kirche wieder aufbauen zu können. Die drei Bronze-Glocken der Kirche waren einige der wenigen in der Region, die nicht im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen wurden. Durch die Flammen gingen nach Hüneburgs Angaben auch seltene Original-Rokoko-Ausmalungen im Innenbereich verloren. Der entstandene Schaden sei daher fast unschätzbar.

Spendenkonto: Volksbank Leipzig, IBAN: DE36860956040008462690, Kennwort: „Wiederaufbau der Tellschützer Kirche"

Robert Nößler / Ulrike Witt

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