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Großeinsätze in Borna: Aufwendige Suche nach gleich zwei Vermissten

Großeinsätze in Borna: Aufwendige Suche nach gleich zwei Vermissten

Einen Großeinsatz von Rettungskräften, Freiwilliger Feuerwehr und Polizei fand am Montagnachmittag und Abend in Borna statt: Eine 82 Jahre alte Frau, die am Mittag in der Heliosklinik in ärztlicher Behandlung war, hatte kurz darauf die Einrichtung mit unbekanntem Ziel verlassen.

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Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte suchten gestern und vorgestern nach zwei vermissten Personen.

Quelle: André Kempner

Borna. Als das Verschwinden der Frau bemerkt wurde, leitete die Klinik sofort die Suche ein. Während die Frau nach mehr als zwei Stunden leicht verletzt gefunden wurde, erreichte die Polizei in der Nacht ein weiterer Hilferuf: Gesucht wurde bis Dienstagabend ein 28 Jahre alter Mann, der sich möglicherweise mit Selbstmordabsichten trug. 20 Uhr wurde der Polizei bekannt, dass er sich in Obhut der Psychiatrie in Zschadraß begeben hat.

Bei der Suche nach der Klinikpatientin kamen am Montagabend Mitglieder der Feuerwehren Borna, Eula und Thräna zum Einsatz. Die Polizei schickte vier Streifenwagen-Besatzungen los. Rettungskräfte wurden ebenso einbezogen wie die Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes aus Leipzig. Alles in allem waren an die 50 Helfer ab 17.30 Uhr auf Achse. „Gesucht haben wir vor allem in Borna-Nord und in den Gartenanlagen bis hinüber in den Bereich Witznitz", sagte Marcel Böhm, der stellvertretende Stadtwehrleiter, der den Einsatz koordinierte. Andere Kräfte hätten nach und nach große Teile des Stadtgebietes und die Parkanlagen durchkämmt, hätten die Bänke und den Stadtbus kontrolliert. Insgesamt eine Suche, bei der wegen des Alters der Frau und der extremen Sommerhitze Eile geboten war und die sich für die Helferinnen und Helfer gerade deshalb als aufreibend und schweißintensiv erwies. Immerhin, sie hatten Erfolg.

„Wir haben die Frau 19.45 Uhr lebend entdeckt. Sie befand sich noch in der Nähe des Krankenhauses an einem Parkplatz, war aber gestürzt", sagt Böhm. Die Kameraden hätten die Frau den Rettungskräften übergeben, die sich um sie kümmerten. Eine so aufwendige Suche nach einer vermissten Person, bei der die Bornaer Feuerwehren Amtshilfe leisteten, gebe es sehr selten, meint der stellvertretende Stadtwehrleiter: „Zum Glück, denn das geht schon an die Substanz." Dass die 82-Jährige ungehindert die Klinik habe verlassen können, sei nicht zu beanstanden, erklärt Janet Schütze, Sprecherin der Helioskliniken Leipziger Land, der LVZ. Alle Beteiligten seien froh darüber, dass die Suche nach ihr erfolgreich verlaufen sei.

Selbstmordgedanken

Ganz anders ist die Situation im Falle des verschwundenen jungen Mannes. Die ehemalige Freundin des Bornaers hatte in der Nacht zum Dienstag das Bornaer Polizeirevier informiert. Zwischen beiden hatte es demzufolge eine Auseinandersetzung gegeben. Der 28-Jährige habe danach offenbar angedroht, aus dem Leben gehen zu wollen. Zuletzt sollte er sich im Bereich des Bockwitzer Sees aufgehalten haben. „Wir haben mehrere Suchmaßnahmen eingeleitet, doch sie blieben bisher ohne Erfolg", hieß es aus dem Bornaer Polizeirevier am Nachmittag. So hätten Beamte am Vormittag unter anderem das Areal am und rings um den Bockwitzer See durchstreift. Dabei seien auch Fährtenhunde zu Einsatz gekommen. Außerdem versuchten die Beamten, sein Handy zu orten.

Am Dienstagabend kurz vor 20 Uhr dann die Nachricht: Der Gesuchte befindet sich auf eigenen Wunsch im Fachkrankenhaus für Psychiatrie in Zschadraß – und das schon seit einigen Stunden. Zuvor hatte er wohl schon in Borna bereits ärztlichen Rat gesucht, ohne dass das bekannt wurde. „Wir haben einen großen Aufwand betrieben, um nach dem Mann zu finden", meinte Polizeihauptkommissar Detlef Hölzel von der Polizeidirektion Westsachsen gestern Abend. Die Polizei habe das Verschwinden des Mannes sehr ernst nehmen müssen, da er sich ganz offenbar in einer schwierigen psychischen Situation befand. Immerhin herrsche nach der aufwendigen Suche Klarheit, und der Mann sei am Leben.

Ekkehard Schulreich

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