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Haus von Familie aus dem Leipziger Land brennt nieder - Probleme beim Notruf

Haus von Familie aus dem Leipziger Land brennt nieder - Probleme beim Notruf

Es ist still im Dorf. Wenige Autos fahren vorbei an der kleinen Kirche. Wenige Schritte entfernt, eingebettet von Grün und Blüten, ein kleines Haus mit hellblauer Fassade.

Auligk. Wer nähertritt sieht: Wände sind verrußt, Jalousien aus Kunststoff geschmolzen, die rückwärtige Seite des Daches abgetragen. Sieben Feuerwehren und die Helfer aus der Nachbarschaft hatten ab Mitternacht versucht, die Flammen in dem Haus der dreiköpfigen Familie einzudämmen. Sie konnten nicht verhindern, dass der Brand das vor zehn Jahren errichtete Gebäude so stark beschädigte, dass es zumindest vorübergehend nicht bewohnbar ist.

„Wir danken allen, die uns beim Löschen zur Seite standen“, sagt zehn Stunden nach dem Unglück Anke Schüler, um Fassung bemüht. „Wir sind am Leben“, ergänzt ihr Mann: „So gesehen hätte es schlimmer kommen können.“ Doch was geschah, ist schlimm genug. Als Anke Schüler mit ihrem Handy – „An das Telefon kam ich nicht mehr wegen der Flammen!“ – die Rettungsleitstelle anrief, habe man sie mehrfach verbunden, ehe sie schließlich in der Grimmaer Zentrale an der richtigen Stelle gewesen sei, sagt sie. Wertvolle Zeit sei so vergangen.

Ein Grund dafür, dass es bei der Alarmierung Komplikationen gab, ist wohl die Lage des Dorfes im südwestlichen Zipfel des Landkreises Leipzig unmittelbar an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. Noch ehe die Rettungskräfte eintrafen und die Löschwasser-Verbindung stand, griffen die Familie und Menschen aus der Nachbarschaft zu und versuchten, mit Eimern voll Wasser und dem Gartenschlauch der Flammen Herr zu werden. Der Dorfgemeinschaft seien sie für diese selbstlose Hilfe sehr dankbar, sagt Schüler.

„Als wir eintrafen, brannte der Holzanbau. Die Flammen hatten sich schon auf den Dachstuhl und in das Innere des Gebäudes vorgearbeitet“, beschreibt Mike Köhler, Sprecher der Groitzscher Stadtfeuerwehr, die dramatische Situation. Die Wehren Groitzsch, Michelwitz und Gatzen waren die ersten am Brandort. Zwei Trupps unter Atemschutz begannen mit dem Löschen von der Drehleiter aus; sie drangen auch in das Gebäude vor.

Um zusätzliche Atemschutzgeräte-Träger vor Ort zu haben,  wurden weitere Kameraden der Wehren Großstolpen, Pödelwitz, Hohendorf und Berndorf angefordert. Das Feuerwehrtechnische Zentrum des Landkreises Leipzig schickte ein Spezialfahrzeug. Insgesamt waren 58 Feuerwehrleute mit elf Fahzeugen in Auligk im Einsatz. Gegen 1 Uhr war das Feuer erstickt, doch im Dachstuhl des Hauses gab es Glutnester, die nur schwer erreichbar waren. „Wir mussten auf der Brandseite 70 Prozent des Dachstuhls aufnehmen, um sie zu löschen“, so Köhler. Zwei Stunden später verließ die letzte Wehr die Unglücksstelle.

Am Sonntagmittag nahm der Brandursachen-Ermittler der Polizei seine Arbeit auf. „Der Verdacht einer Straftat kann ausgeschlossen werden“, sagt Peter Kampnik, der Polizeiführer vom Dienst in der Polizeidirektion Westsachsen, der LVZ. Man vermute eher eine technische Ursache als Grund für das Feuer. Die Auswertung der Ermittlungsergebnisse werde am Dienstag fortgesetzt und erfahrungsgemäß einige Tage in Anspruch nehmen.

Ekkehard Schulreich

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