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Kölner Hooligan-Krawalle: Polizei arbeitet an Identifizierung – Demo-Teilnehmer aus Sachsen

Kölner Hooligan-Krawalle: Polizei arbeitet an Identifizierung – Demo-Teilnehmer aus Sachsen

Nach den schweren Krawallen Tausender Hooligans und Neonazis am Sonntag in der Kölner Innenstadt hat die Polizei mit der Identifizierung der Beteiligten alle Hände voll zu tun.

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Mehr als 4500 Hooligans, darunter viele offen rechtsradikale, waren am Sonntag in Köln zusammengekommen.

Quelle: dpa

Köln/Leipzig. „Wir arbeiten intensiv an der detaillierten Auswertung der Vorfälle“, so eine Sprecherin der Kölner Polizei am Montag gegenüber LVZ-Online. Dabei werde auch geprüft, aus welchen Städten und Fankreisen die Beteiligten kamen.

Mit ersten Ergebnissen sei aufgrund der Fülle an Informationen allerdings erst in ein paar Tagen zu rechnen. Derweil prüft die Szene am 9. November in Berlin offenbar bereits die nächste bundesweite Zusammenkunft. In den sozialen Netzwerken wird derzeit ein Hooligan-Aufmarsch vor dem Reichstag diskutiert.

Ähnlich begannen auch die Vorbereitungen für die laut Polizei „explosionsartigen“ Auseinandersetzungen am Sonntagnachmittag in der Rheinmetropole. Die Demonstration war von einem Mitglied der Anti-Islam-Partei „Pro NRW“ angemeldet worden, unter dem Motto „Hooligans gegen Salafisten“ (#HoGeSa) wurde dann tagelang über soziale Netzwerke dafür geworben.

Und das auch in Mitteldeutschland. So berichtet der Magdeburger Grünen-Landtagsabgeordneter Sebastian Striegel von Mobilisierungen in Halle und Weißenfels. „Es gibt eine Schnittmenge zwischen Neonazis und Hooligans“, so Striegel am Montag. Laut Mitteldeutschem Rundfunk (MDR) waren den Polizei-Einsatzkräften vor allem Magdeburger Hooligans als besonders aggressiv aufgefallen. Zudem seien beim Marsch auch Fußballfans aus Halle und Schönebeck gesichtet worden.

Sächsischer Verfassungsschutz: „Hooligans sind kein Beobachtungsobjekt“

Die sächsische Linke verweist am Montag auf Bilder, auf denen deutlich zu erkennen sei, „dass auch Hooligans aus Sachsen, vor allem Gruppen, die sich selbst dem Umfeld von Dynamo Dresden zurechnen, in Köln dabei waren“. Kurz vor dem Start der Demo hatten sich zudem mehrere Dutzend mutmaßliche Fußballfans aus Erfurt, Leipzig und Halle auf Facebook als Teilnehmer präsentiert.

Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) bestätigte am Montag zumindest, dass einzelne sächsische Rechtsextremisten zur Teilnahme an der Kölner Demo aufgerufen hatten. Über das Beisein sächsischer Hooligans konnte die Behörde allerdings keine Angaben machen. Hooligans stellen kein eigenständiges Beobachtungsobjekt dar, so LfV Sprecher Martin Döring.

Initiative "Pro Fans" befürchtet verstärkten Hooligan-Zulauf

Die bundesweite Vereinigung „Pro Fans“ befürchtete am Montag, dass die Krawalle der bundesdeutschen Hooliganszene neuen Zulauf bescheren. „Die neue Qualität ist, dass es mit Fußball gar nichts zu tun hat“, sagte Sprecher Sig Zelt. Politisch motivierte Aktionen wie die Kundgebung am Sonntag „könnten eventuell für gewissen Zulauf sorgen“. In den vergangenen Jahrzehnten sei die Hooligan-Bewegung geschrumpft. Zudem habe man beobachtet, dass sich die Gewaltbereiten zum Beispiel bei Länderspielen über Vereinsgrenzen hinweg verbündet hätten.

Bei den Straßenschlachten am Sonntag in Köln waren nach Polizeiangaben 44 Beamte verletzt und mehrere Polizeiautos demoliert worden. 17 Verdächtige kamen in Gewahrsam. Treibende Kraft bei der Demonstration gegen Salafisten am Sonntag waren laut Polizei und Verfassungsschutz die Hooliganszene. Viele Rechtsextremisten hätten sich ihnen angeschlossen.

Die Gewerkschaft der Polizei sprach von einer neuen Qualität der Gewalt. Besonders der große Zulauf sei erschreckend. Rund 4500 gewaltbereite Hooligans teils verfeindeter Fußballclubs hatten sich in der Kölner Innenstadt mit Rechtsextremen versammelt. Aus der Menge wurde die Polizei mit Feuerwerkskörpern, Steinen und Flaschen beworfen. Die Beamten gingen mit Wasserwerfern, Schlagstöcken und Reizgas gegen die Randalierer vor.

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel steht morgen ab 8 Uhr wieder zur Verfügung.

mpu / dpa

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