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Leipziger Initiative demonstriert in Freital für Flüchtlinge

"Refugees welcome" Leipziger Initiative demonstriert in Freital für Flüchtlinge

Freital kommt nicht aus den Schlagzeilen. Immer wieder gibt es ausländerfeindlichen Proteste gegen ein als Asylbewerberheim genutztes Hotel. Am Freitag zeigte die Leipziger Initiative "Refugees welcome" auf einer Demo in Freital Solidarität mit den Flüchtlingen. Rechte Gruppierungen versuchten, die Kundgebung zu stören.

"Refugees welcome" aus Leipzig demonstrierten am Freitag in Freital, rechte Gruppierungen sammelten sich im Umfeld.

Quelle: LVZ

Freital. Um für Weltoffenheit und Toleranz zu demonstrieren, sind am Freitagabend mehrere hundert Menschen in Freital auf die Straße gegangen. Zwischenzeitlich versuchten dutzende Gegner immer wieder, den Aufzug zu stören. Die Stimmung war angespannt, bis zum Ende der Veranstaltung blieb die Lage aber bis auf einen Vorfall friedlich. In der Nacht gab es nach Angaben der Ordnungskräfte keine weiteren Vorkommnisse. „Es fielen zunächst die bei solchen Demonstrationen üblichen Wortgefechte“, sagte Polizeisprecherin Jana Ulbricht, aber Festnahmen seien nicht nötig gewesen. Die Polizei konnte beide Lager trennen. Später hat nah Aussagen der beamten allerdings ein 46 Jahre alter Mann einem 51-Jährigen das Gesicht blutig geschlagen. Der Täter müsse sich nun wegen Körperverletzung verantworten.

Das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hatte zuvor ein Demonstrationsverbot im Umkreis der Flüchtlingsunterkunft in Freital verhängt. Von Nachmittag, 16 Uhr, bis Mitternacht waren alle öffentlichen Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel untersagt. Davon betroffen waren mehrere von rechten Gruppierungen ursprünglich geplante Kundgebungen. Die Demo der Asylbefürworter, für die die Leipziger Initiative „Refugees welcome“ verantwortlich zeichnete und zu der sie mit zwei Bussen aus der Messestadt anreiste, fand nicht in unmittelbarer Umgebung der Unterkunft statt und fiel somit nicht unter das behördliche Verbot.

Die Polizei war nach eigenen Angaben mit etwa 340 Beamten vor Ort. Offizielle Teilnehmerzahlen für die Demo nannten die Einsatzkräfte nicht. Am Rand des Aufzuges zeigten zwei Männer den Hitlergruß. Ihre Personalien wurden festgestellt, beide müssen sich wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten. Augenzeugenberichte, wonach die Asylbefürworter mit einer Flasche beworfen wurden, bestätigte die Polizei am Abend. Bei dem Vorfall sei niemand verletzt worden.

Michel Friedman in Freital

Am frühen Abend besuchte auch Fernsehmoderator und Publizist Michel Friedman Freital. Er sei als Journalist gekommen, um Interviews für eine Reportage zu führen, berichteten Augenzeugen. In einem Interview habe Friedman von einer „Angst vor Fremdem“ gesprochen.

Die Kleinstadt Freital hatte in den vergangenen Wochen mit ausländerfeindlichen Protesten vor einem als Asylbewerberheim genutzten Hotel für bundesweites Aufsehen gesorgt. Angesichts der jüngsten Konfrontationen dort und wegen aktuell in sozialen Netzwerken angekündigten Aktionen seien erneute gewalttätige Auseinandersetzungen nicht ausgeschlossen, hieß es zur Begründung für das Demo-Verbot des Landratsamtes. Nur so könne die Sicherheit von Anwohnern und Heimbewohnern gewährleistet werden. In der Nacht zum Montag war das Auto eines Linken-Stadtrats, der Veranstaltungen gegen Rassismus mitorganisiert hatte, explodiert. Unbekannte hatten einen verbotenen Böller ins Innere des Wagens geworfen.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, begrüßte das Versammlungsverbot vor der Freitaler Asylunterkunft. „Die Sorge vor erneuten Ausschreitungen ist berechtigt und deshalb ist diese Entscheidung auch gerechtfertigt“, erklärte er. Aufgrund der personell angespannten Situation könne die Polizei nicht jede Flüchtlingsunterkunft rund um die Uhr schützen. Bereits in den vergangenen Tagen hatte die DPolG vorgeschlagen, Flüchtlingsheime mit Bannmeilen vor gewaltbereiten Demonstranten zu beschützen. Sachsens Landesregierung hatte allerdings erklärt, dafür keine Notwendigkeit zu sehen.

LVZ

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