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Mahnmal für KZ-Opfer in Nordhausen erneut geschändet

Mahnmal für KZ-Opfer in Nordhausen erneut geschändet

Das Mahnmal für die Opfer des KZ Mittelbau-Dora in Nordhausen ist erneut geschändet worden. Am Gedenkpavillon hatten unbekannte Täter in der Nacht zum Mittwoch zwei Blumenschalen zerschlagen.

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Die KZ-Gedenkstätte Dora-Mittelbau (Archivbild vom 24.09.2010). Dora wurde 1943 als Außenlager des KZ Buchenwald gegründet.

Quelle: Armin Kühne

Nordhausen. Polizisten entdeckten während einer Streife eine Stunde nach Mitternacht die zerstörten Blumentöpfe, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) sagte: „Es ist empörend, eine Schande und eine ungeheure Provokation.“ Den Tätern fehle nicht nur jegliches Rechtsbewusstsein, sondern auch moralischer Anstand gegenüber der Würde der unschuldig Getöteten, die auf dem Ehrenfriedhof ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Thüringer Landtag, Bodo Ramelow, nannte die Tat unerträglich. Bereits am 31. März sei der Pavillon mit antisemitischen Parolen und NS-Symbolen beschmiert worden. Ramelow rief in diesem Zusammenhang zu einem breiten Bündnis gegen den Aufmarsch Rechtsextremer zum sogenannten Thüringentag der nationalen Jugend am 4. Juni in Nordhausen auf.

Die Kriminalpolizei hat noch in der Nacht mit den Ermittlungen begonnen, sagte ein Sprecher. Hinweise auf die Täter gab es zunächst nicht. Ein rechtsextremer Hintergrund werde nicht ausgeschlossen.

Der Gedenkpavillon war vor fünf Jahren von der Stadt Nordhausen in Erinnerung an die 1250 Toten eingeweiht worden, die die US-Armee am 11. April 1945 bei ihrem Einmarsch auf dem KZ-Außengelände Boelcke- Kaserne entdeckt hatten. Die SS hatte dort todkranke Häftlinge zum Sterben ihrem Schicksal überlassen. Die Toten und 270 Häftlinge, die nach ihrer Befreiung in Krankenhäusern starben, sind auf dem angrenzenden Ehrenfriedhof begraben.

In dem unterirdischen KZ Mittelbau-Dora mussten Zwangsarbeiter aus ganz Europa unter unmenschlichen Bedingungen die Raketen V1 und V2 produzieren. Von den insgesamt rund 60.000 Häftlingen überlebte nur etwa jeder Dritte.

dpa

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