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Mann tötet in Magdeburg seinen Nachbarn im Wahn mit 100 Stichen

Mann tötet in Magdeburg seinen Nachbarn im Wahn mit 100 Stichen

Ein 40-jähriger Mann, der in Magdeburg zwei Nachbarn im Wahn mit mehr als 100 Messerstichen getötet hat, wird dauerhaft in einer geschlossenen Klinik untergebracht.

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Der angeklagte 40 Jahre alte Mann sitzt am mit seinem Verteidiger Wolfgang Schmitz (l) im Landgericht in Magdeburg in einem Verhandlungssaal.

Quelle: dpa

Magdeburg. Zuvor muss sich der Mann noch einer bis zu zweijährigen Drogen-Entwöhnung unterziehen, entschied das Magdeburger Landgericht am Dienstag.

Der 40-Jährige hatte gestanden, in der Nacht zum 23. Oktober seine Nachbarin und einen bei der Frau lebenden Mann in deren Wohnung getötet zu haben. Während sich der Angeklagte nur noch an ein oder zwei Stiche erinnern konnte, stellten Gutachter mehr als 80 Stiche bei der Frau und über 20 Stiche im Körper des Mannes fest.

Laut Urteil hatte der Mann vor der Tat größere Mengen Alkohol sowie harte Drogen zu sich genommen. Der Beschuldigte habe dann unter der Wahnvorstellung gelitten, die Nachbarn und andere wollten ihn töten. Das Gericht folgte mit seinem Urteil den Anträgen sowohl der Staatsanwaltschaft als auch der Verteidigung. Beide Seiten nahmen das Urteil sofort an, lediglich die Nebenklage will es noch prüfen.

Der 40-Jährige, der mit schwarzem Anzug und weißem Hemd zur Urteilsverkündung erschienen war, nahm das Urteil ohne äußere Regung auf. „Wir sind überzeugt, dass es keine Zweifel an der Täterschaft gibt“, sagte die Vorsitzende Richterin Claudia Methling. Eine Bestrafung scheide aber aus: Der Beschuldigte „war nicht fähig, das Unrecht seines Handelns einzusehen“.

Am Tag der Tat, kurz nachdem die Beziehung zu seiner damaligen Freundin endgültig zerbrach, hatte sich der Mann laut Gericht erneut harte Drogen besorgt und Alkohol getrunken. Am Abend habe er gehofft, bei der Nachbarin noch Alkohol zu bekommen. Bei mehr als 2,0 Promille Alkohol im Blut bekam er dann laut Urteil die Wahnidee, dass man ihn töten wolle. Daraufhin habe er zu dem auf einem Tisch liegenden Küchenmesser gegriffen. Der Mann war nach der Tat geflohen, hatte sich später aber der Polizei gestellt.

Das Gericht hatte mit Hilfe von Zeugen und Sachverständigen auch zu klären, ob die Wahnvorstellung vom Beschuldigten bei Gericht nur vorgetäuscht wurde, um einer Bestrafung etwa wegen Doppelmordes zu entgehen. Dagegen sprachen allerdings die Vorgeschichte des Mannes und die Tatausführung, die ein Gutachter wegen der Vielzahl der Stiche als „Übertötung“ bezeichnet hatte. Auch habe es keine Hinweise auf einen Diebstahl aus der Wohnung oder ein Sexualdelikt gegeben.

Die Anordnung sowohl einer Drogen-Entwöhnung als auch einer anschließenden dauerhaften Unterbringung in einer Klinik wegen zweifachen Totschlags im Zustand der Schuldunfähigkeit ist nach Angaben des Gerichts selten. Allerdings müsse davon ausgegangen werden, dass der Mann auch nach der Entwöhnung eine Gefahr für die Allgemeinheit sei. Der 40-Jährige hat nach Angaben eines Gerichtssprechers erst dann eine Chance, wieder auf freien Fuß zu kommen, wenn von ihm laut Gutachten keine Gefahr mehr ausgeht. 

Rochus Görgen, dpa

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