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Meißen: Polizei ermittelt wegen Flyer auf Pegida-Demo

Brandanschlag auf geplantes Asylheim Meißen: Polizei ermittelt wegen Flyer auf Pegida-Demo

Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein noch unbewohntes Haus für Flüchtlinge in Meißen beschäftigt sich die Polizei auch mit zwei gegen Asylbewerber gerichteten Schreiben. Ein Zettel war während einer Pegida-Demonstration in Dresden verteilt worden.

Nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Meißen schließt die Polizei ein fremdenfeindliches Motiv nicht aus.

Quelle: dpa

Meißen. Nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Meißen schließt die Polizei ein fremdenfeindliches Motiv nicht aus. Das sagte eine Sprecherin des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) am Montag. Unbekannte hätten sich in der Nacht zum Sonntag gewaltsam Zugang verschafft und mit Hilfe eines Brandbeschleunigers Feuer in einer Wohnung in der ersten Etage gelegt. „Der Raum brannte komplett aus“, sagte die Sprecherin.Zudem hätten die Täter versucht, eine Wohnungstür im Erdgeschoss in Brand zu setzen - was jedoch misslang. Die Summe des Schadens war zunächst unklar. 

Zudem beschäftigt sich die Polizei mit zwei Schreiben gegen Asylbewerber. Ein Zettel sei während einer Pegida-Demonstration verteilt worden, ein anderer wurde an die Tür der geplanten Flüchtlingsunterkunft geheftet. Darauf wurden die Flüchtlinge aufgefordert, das Land so schnell wie möglich wieder zu verlassen. Das OAZ sieht darin aber keinen schriftlichen Hinweis auf einen bevorstehenden Anschlag. „Der Inhalt des Schreibens lässt explizit nicht auf eine Bedrohung gegen die Unterkunft schließen“, hieß es. Die Polizei prüft zudem, ob ein Notrufmissbrauch vorliegt. Seit dem Brand gab es in Meißen bereits zwei Fehlalarme über einen angeblichen erneuten Ausbruch. 

Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, bezeichnete den Brandanschlag als „eine Schande“. „Aus dieser Tat spricht der pure Hass einer kriminellen Minderheit.“ Verantwortung trügen aber auch die geistigen Brandstifter, die im Internet gegen Asylbewerber hetzten und zu den Protesten gegen Flüchtlingsheime aufriefen. 

Unbekannte haben in der Nacht zum Sonntag ein künftiges Asylbewerberheim in Meißen angezündet. Bilder: dpa

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Opposition gibt Landesregierung indirekt Mitschuld

Das Bistum Dresden-Meißen hat die rechtsextremistische Haltung von Bürgern in Freital und anderen Städten der Diözese verurteilt und die Regierung ermahnt, die Zusammenarbeit mit Kommunen und Landkreisen zu verbessern. Alle beteiligten Verwaltungen müssten transparenter arbeiten und die Menschen informieren, hieß es.

Die Linke in Sachsen forderte ein Handlungskonzept Asyl. Dazu müsse unter anderem eine geordnete Erstaufnahme, Maßnahmen zur Integration und Sprachkurse vom ersten Tag an gehören. Die Opposition kritisierte zudem die Politik der Landesregierung, die es versäumt habe, eine klare Grenze zum Rassismus zu ziehen. Die Grünen forderten eine Regierungserklärung von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). 

Linke-Innenpolitikerin Ulla Jelpke sagte: „Der Flirt mit Pegida und Co hat zu einem brandgefährlichen Gemisch geführt, das sich nun leider auch im Wortsinn entzündet hat.“ Meißen ist kein Einzelfall: In der Nacht zum Montag wurde auf den Rohbau einer geplanten Asylbewerberunterkunft in Lübeck ein Brandanschlag verübt. Am Wochenende hatte es in Berlin Hakenkreuz-Schmierereien an einer Flüchtlingsunterkunft gegeben.

LVZ

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Feuer in Meißner Asylunterkunft: Polizei reagierte spät

Erst die Proteste vor einem Freitaler Flüchtlingsheim, nun sorgt ein anderer Fall in Sachsen für Aufsehen: In Meißen brennt in der Nacht eine für Asylbewerber geplante Unterkunft. Der Besitzer wurde bereits im Vorfeld bedroht, er sei aber von der Polizei "an der Tür abserviert" worden.

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