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Mord an Studentin - Mutter des Angeklagten befragte für die Polizei

Prozess in Dessau Mord an Studentin - Mutter des Angeklagten befragte für die Polizei

Es ist eine grausame Tat: Eine Studentin aus China wird gequält und getötet. Das Gericht nimmt auch die Rolle der Mutter des Angeklagten unter die Lupe - sie ist Polizistin und war ganz nah dran an den Ermittlungen.

Die wegen Mordes an einer chinesischen Studentin angeklagten Sebastian F. (2.v.l) und Xenia I. (3.v.r) sitzen im Beisein von Anwälten und Justizbeamten in einem Saal des Landgerichtes Dessau-Roßlau.

Quelle: Sebastian Willnow

Dessau-Roßlau - . Nach der brutalen Misshandlung und Tötung einer chinesischen Studentin ist die Mutter des Angeklagten als Polizistin bei den ersten Befragungen dabei gewesen. Das sagte der Ermittlungsleiter am Montag als Zeuge im Prozess vor dem Landgericht Dessau-Roßlau aus. Die Polizeibeamtin habe Mitbewohner der Studentin vernommen. Sie sei - wie andere Beamte auch - aus dem Wochenende in den Dienst versetzt worden.

Die Mutter habe später auch organisiert, dass ihr Sohn, der nahe des Fundorts der Leiche wohnte, bei der Polizei aussagte - allerdings erst mit mehren Tagen Verzögerung. Er war Zuhause nicht angetroffen worden. Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin, Uda Schmidt, ob es Anhaltspunkte für eine Einflussnahme der Mutter auf die Ermittlungen gegeben habe, sagte der Ermittlungsleiter: „Nein“.

In dem Prozess sind ein 21 Jahre alter Mann und seine gleichaltrige Partnerin wegen Vergewaltigung und Mord an der chinesischen Architekturstudentin angeklagt. Sie sollen die 25-Jährige, die sie nicht kannten, am Abend des 11. Mai auf ihrer Joggingrunde abgefangen, sie etwa eine Stunde in einer leerstehenden Wohnung wiederholt vergewaltigt und schwer misshandelt haben. Sie sollen die Sterbende stundenlang allein gelassen und schließlich ins Freie getragen haben, wo sie zwei Tage nach der Tat gefunden wurde. Beide schweigen zu den Tatvorwürfen - die Verhandlung verfolgte das Paar am Montag ebenso reglos wie schon den Prozessauftakt am Freitag.

Das Innenministerium hatte die Leitung der Ermittlungen von der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost nach Halle übertragen, um auch nur den Anschein einer Einflussnahme zu verhindern. Sowohl die Mutter des Angeklagten als auch sein Stiefvater sind Polizeibeamte. Die Vorsitzende Richterin Schmidt verwies darauf, dass die Rolle der Eltern im Verlauf des Prozesses vertieft betrachtet werden soll.

Der Ermittlungsleiter berichtete ausführlich vom Vorgehen der Polizei - von der Vermissten-Anzeige, die Mitbewohner der Studentin erstattet hatten, über die großangelegte Suche und den schließlichen Fund der Leiche. Es seien umfangreiche Befragungen gelaufen, um Zeugen zu finden, allerdings ohne Ergebnis.

Am 23. Mai schließlich sei der inzwischen Angeklagte als Anwohner befragt worden - die Anhörung wurde zur Beschuldigtenvernehmung, als er angab, Kontakt mit der Chinesin gehabt zu haben und sich die Angaben mit den Ermittlungsergebnissen nicht deckten. Auf der Suche nach Beweisen sei in großem Stil Hausmüll, Papiermüll und Kleider aus Spendencontainern untersucht worden, sagte der Ermittlungsleiter weiter. Das Handy, eine Tasche und die Kleidung des Opfers wurden nicht gefunden.

Ein 24 Jahre alter Beamter der Landesbereitschaftspolizei berichtete als Zeuge, wie er die Leiche der Frau am Vormittag des 13. Mai hinter einem Dixi-Klo, in einem Gebüsch entdeckte. Die Leiche habe auf ihn wegen der Blässe zunächst wie eine Puppe gewirkt, auf den zweiten Blick habe er erkannt, dass es sich um die Gesuchte handelte.

Von Dörthe Hein

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