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Mord aus Langeweile - 20-Jähriger gesteht Tötung eines Dresdner Frührentners

Mord aus Langeweile - 20-Jähriger gesteht Tötung eines Dresdner Frührentners

Mord aus Langeweile: Weil ihm zu Hause die Decke auf den Kopf fiel, hat ein junger Mann Ende September 2010 einen Unbekannten in Dresden brutal getötet. „Ich wollte los und was erleben", sagte der 20-Jährige am Freitag zu Prozessbeginn im Dresdner Landgericht.

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Quelle: dpa

Dresden. Der gebürtige Vietnamese ist wegen Mordes in Tateinheit mit Raub angeklagt. Mit leiser und fester Stimme legte er vor der Jugendstrafkammer ein Geständnis ab. Laut Anklage hat er in der Nacht zum 30. September einen Frührentner ermordet. Er wurde drei Monate später gefasst und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

20 Minuten lang schilderte der jungenhafte Angeklagte im Gerichtssaal die Vorgeschichte, seine Motive und den Ablauf des Verbrechens. Der Schüler gab an, gelegentlich Gewaltfilme zu sehen. Er sei an jedem Abend mit dem Rad losgefahren, um Wohnblocks auszuspähen. Der 52-Jährige war nach seiner Schilderung ein Zufallsopfer: die Balkontür seiner Erdgeschosswohnung stand offen. Der Angeklagte schlich sich ein, mit einem Stein bewaffnet. 13 Mal schlug er laut Anklage dem auf der Couch liegenden und fern sehenden Frührentner mit dem faustgroßen Stein ins Gesicht.

Der 20-Jährige gab an, dass der ihm unbekannte Mann ein Messer in der Hand gehabt habe, er es ihm abgenommen und in den Hals sowie in einen Oberschenkel gerammt habe. Als es dort steckenblieb, habe er ein anderes gesucht und dem Verletzten die Kehle durchgeschnitten. Danach sprang er dem Mann noch auf den Brustkorb, um sicherzugehen, dass er nicht überlebte, schilderte der Angeklagte monoton. „Wie im Film wollte ich seine Körpertemperatur senken, damit die Polizei von einer falschen Tatzeit ausgeht", sagte der sehr schlanke junge Mann. Der Versuch, die Leiche in den Kühlschrank zu stopfen, scheiterte.

„Ich habe alles, was mir einigermaßen von Wert erschien, aus der Wohnung mitgenommen." Danach sei er nach Hause gefahren, habe geduscht und sich ins Bett gelegt. Zur Beute - Uhren, Bekleidung, Geldbörse, Münzen - gehörten auch zwei Handys. Als er eines davon im Januar 2011 benutzte, schlug die Polizei zu.

„Als ich losfuhr, wollte ich niemanden töten", sagte er. „Beim Ausspähen der Häuser fühlte ich mich wie der Böse in einem Spiel", sagte der Freund von Gewaltfilmen. Während der teils schockierenden Schilderungen stockte den Zuhörern im Saal der Atem, einige mussten vor die Tür gehen. Der Angeklagte aber zeigte keinerlei Reue.

Die nackte Leiche des Opfers wurde am nächsten Tag von Angehörigen gefunden. Der Mann habe die Sachen verloren, als er ihn in die Küche geschleift habe, sagte der 20-Jährige. Laut Gericht hat er einen Realschulabschluss, scheiterte aber am Abitur an einer Berufsschule. Im Fall einer Verurteilung nach Jugendstrafrecht droht ihm eine Jugendstrafe von maximal zehn Jahren, ansonsten eine lebenslange Freiheitsstrafe, sagte Gerichtssprecher Ralf Högner. Die Große Jugendkammer hat für den Prozess vier Verhandlungstage angesetzt. Neben mehreren Zeugen sollen auch Sachverständige zur psychischen Verfassung des Angeklagten und seiner Schuldfähigkeit gehört werden.

dpa

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