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Mord im Döbelner „Aladin“-Bistro: Urteil im neuen Prozess am Montag erwartet

Mord im Döbelner „Aladin“-Bistro: Urteil im neuen Prozess am Montag erwartet

Wer erschoss den Wirt des „Aladin“-Bistros in Döbeln (Mittelsachsen)? Das Chemnitzer Landgericht konnte dem Verdächtigen im März 2013 einen Mord nicht nachweisen und verurteilte ihn wegen Beihilfe zum Totschlag zu fünf Jahren Haft.

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Die Polizei konnte 2011 nicht ermitteln, wer den Besitzer des Aladin-Bistros tötete.

Quelle: dpa

Dresden. Dem widersprach der Bundesgerichtshof (BGH), das Landgericht Dresden rollte den Prozess Ende Juni neu auf.

Die Schwurgerichtskammer suchte seitdem in 17 Verhandlungstagen Licht ins Dunkel des nun mehr als drei Jahre alten Falles zu bringen. Am Montag, 8. Dezember, will die Vorsitzende Richterin Birgit Wiegand das Urteil für den inzwischen 35 Jahre alten Angeklagten verkünden.

Nach Überzeugung der Chemnitzer Staatsanwaltschaft hat der Mann den Bistrobesitzer am 1. November 2011 erschossen - aus geschäftlichen und privaten Motiven. Sie hält die Tat für geplant und forderte Lebenslänglich wegen Mordes mit besonderer Schwere der Schuld. Hintergrund sollen der Streit um einen Autohandel sein, den das 41 Jahre alte Opfer mit einem mutmaßlichen Komplizen des Angeklagten betrieb, sowie eine bereits länger schwelende Auseinandersetzung um eine Frau. 

Der „Aladin“-Inhaber war mit drei Schüssen aus kurzer Distanz getötet worden. Zeugen gab es nicht, nur die Beschreibung eines maskierten Täters. Die Chemnitzer Richter hatten es als erwiesen angesehen, dass der Angeklagte die Neun-Millimeter-Pistole in Tschechien besorgte, aber dessen Komplizen als Schützen vermutet. Der namentlich bekannte Mann flüchtete ins Ausland und wird weiter mit Haftbefehl gesucht.

Der Angeklagte sitzt seit März 2012 in Untersuchungshaft. Wer tatsächlich den Abzug betätigte, konnte in Chemnitz nicht geklärt werden. Mit dem dortigen Urteil waren alle Verfahrensbeteiligten - Verteidigung, Anklage, Nebenklage - unzufrieden und die Revision erfolgreich. Der BGH hob es Ende 2013 als fehlerhaft auf und verwies die Sache zur erneuten Verhandlung nach Dresden - in Erwartung eines rechtsfehlerfreien Urteils. Die Dresdner Kammer hörte 39 Zeugen und fünf Sachverständige.

Aus Sicht der Verteidigung sprachen die Aussagen von drei Befragten gegen ihren Mandanten als Täter. Die Beschreibungen der Bardame, die der Bewaffnete bedrohte, und ein Pärchen, das dessen Flucht beobachtete, passten nicht auf den Angeklagten, sagte Rechtsanwalt Enrico Brand. Er hat auf Freispruch plädiert, wie schon im ersten Prozess. „Er war es nicht.“ Das hatte auch der Angeklagte im Schlusswort betont: „Ich habe niemanden getötet, ich bin nicht der Täter.

dpa

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