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Mord in Zwickau: Angeklagter befragte als Radiopraktikant Polizei und besorgte Opferfoto

Mord in Zwickau: Angeklagter befragte als Radiopraktikant Polizei und besorgte Opferfoto

Ein wegen Mordes vor dem Landgericht Zwickau angeklagter Ex-Radio-Praktikant hat nach der Tat ein Interview mit dem Polizeisprecher über das Verbrechen geführt.

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Der Angeklagte wird am Donnerstag (13.10.2011) im Landgericht Zwickau zur Anklagebank geführt. Der Zwickauer soll am 12. Februar diesen Jahres die Frau vergewaltigt und ermordet haben. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Zwickau. Zudem habe er für seinen Radiosender ein Foto des 23 Jahre alten Opfers besorgt, sagte sein damaliger Redaktionsleiter am Mittwoch als Zeuge vor der Kammer aus. Demnach habe er am Montagmorgen nach der Tat den Praktikanten damit beauftragt, Stimmen zum Fall einzuholen. Zudem sollte er herausfinden, wer das Opfer ist.

Nachdem das Foto in die Redaktion gelangt sei, habe der Angeklagte das Opfer unkenntlich gemacht, so sei das Bild dann auch auf der Homepage des Senders erschienen. Wie es sich der Praktikant besorgt habe, wisse er nicht, fügte der Zeuge hinzu. Er habe vermutet, dass er in seinem Bekanntenkreis darauf gestoßen sei. Geld habe der Praktikant dafür nicht bekommen.

Der 27-Jährige muss sich seit Mitte Oktober am Landgericht wegen Mordes und versuchter Vergewaltigung verantworten. Laut Anklage tötete er eine 23-jährige Frau, nachdem sie einen „One-Night-Stand“ mit ihm abgelehnt hatte. Sie erstickte an Blut und Erbrochenem am Morgen des 12. Februar auf offener Straße in Zwickau. Später hatte der Mann Sex mit der Toten, bevor er die Leiche in einem Waldstück mit Benzin übergoss und anzündete. Einer aufmerksamen Autofahrerin ist es zu verdanken, dass die Feuerwehr schnell anrückte und so Spermaspuren erhalten blieben - die den Tatverdächtigen schließlich überführten.

Der Redaktionsleiter beschrieb den Angeklagten als fleißig und bei den Kollegen allgemein anerkannt. „Er hat gute Arbeit abgeliefert.“ Sein viermonatiger Praktikumsvertrag sei um zwei weitere Monate bis Ende Februar verlängert worden. Anschließend hätte der Angeklagte womöglich als freier Mitarbeiter weiter für den Sender arbeiten sollen, zu einem Gespräch mit dem Geschäftsführer sei es dann aber nicht gekommen. Mit den Radio-Kollegen habe es keine Konflikte gegeben, seine Freundlichkeit sei allerdings mit einem Hang zur Unterwürfigkeit verbunden gewesen.

Der Angeklagte hat die Tat zu Prozessbeginn gestanden, eine Tötungsabsicht aber bestritten. Den Ermittlern gegenüber verwendete er nach seiner Festnahme auch den Spitznamen der jungen Frau - und erweckte so den Eindruck, dass er sein Opfer gekannt habe. Offenkundig hatte er die Koseform jedoch kurz nach der Tat in der Wohnung der Toten selbst recherchiert.

Nach dem bisherigen Stand der Beweisaufnahme deutet alles auf eine volle Schuldfähigkeit des Angeklagten hin. Der psychiatrische Gutachter sagte am Mittwoch, dass er keine Hinweise auf krankhafte seelische Störungen oder sexuell-pathologische Besonderheiten habe. Zudem sei auch nicht von einer verminderten Steuerungsfähigkeit durch den vom Angeklagten angegebenen Alkoholkonsum auszugehen.

dpa

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