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Mordfall Jasmin: Tatverdächtiger gesteht in U-Haft – Motiv des 23-Jährigen ist unklar

Mordfall Jasmin: Tatverdächtiger gesteht in U-Haft – Motiv des 23-Jährigen ist unklar

Wende im Mordfall Jasmin: Der 23-jährige Sebastian S. hat die Tat gestanden. Das bestätigte sein Verteidiger Rainer Wittner gegenüber der Leipziger Volkszeitung (Ausgabe vom Donnerstag).

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Ermittlungen im Mordfall Jasmin: Der Verdächtige Sebastian S. hat die Tötung der 19-Jährigen gestanden.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Allerdings sind nach wie vor entscheidende Details ungeklärt. So liege das Motiv des Auszubildenden weiter im Dunklen. Der junge Mann bestreite, in sein Opfer verliebt gewesen zu sein und die 19-Jährige infolge einer Beziehungstat umgebracht zu haben.

Die Beamten waren schnell auf die Spur von Sebastian S. gekommen. Er war ein Freund von Jasmins Partner und mit einem weiteren Kumpel am Freitag vor Pfingsten in einer Diskothek unterwegs. Auf dem Rückweg nahm Jasmin beide Männer in ihrem Auto mit. Nachdem ihr erster Fahrgast den Wagen verlassen hatte, war sie mit ihrem mutmaßlichen Mörder auf den letzten Kilometern allein auf der Strecke in den Frohburger Ortsteil Elbisbach (Kreis Leipzig) unterwegs. Weshalb die Situation eskalierte, wissen die Ermittler noch nicht. 

Verdächtiger führt Ermittler zum Tatort

„Mein Mandant bedauert das Geschehene außerordentlich und ist über sich selbst entsetzt", sagte Rechtsanwalt Rainer Wittner der LVZ. „Als Verteidiger des Tatverdächtigen möchte ich den Angehörigen mein tiefstes Mitgefühl aussprechen." Auch für ihn handele es sich um eine „furchtbare Tat", die nicht zu rechtfertigen sei, erklärt der Anwalt. Wittner gilt als erfahrener Strafrechtsexperte aus Leipzig, der sich seit gut 20 Jahren mit der Verteidigung bei Tötungsdelikten beschäftigt.

Aufgrund der Entsetzlichkeit der Tat habe sich Sebastian S. entschlossen, bei der Aufklärung des Verbrechens umfassend mitzuwirken, so der Anwalt. Der arbeitslose 23-Jährige zeigte den Ermittlern während einer ausführlichen Tatortbegehung unter anderem jene Stelle, an der er Jasmin K. nach eigenen Angaben getötet hat. Außerdem führte Sebastian S. zu weiteren Beweisstücken, die er im Umfeld seines Elternhauses in Hopfgarten (Kreis Leipzig) versteckt hatte, darunter auch die Handtasche der jungen Frau.  

Möglicher Suizidversuch nach der Tat

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Die Polizei suchte tagelang nach der 19-jährigen Jasmin K. aus Frohburg.

Quelle: Polizei

Nach der Vermisstenanzeige von Jasmins Eltern am Sonnabendmorgen, wenige Stunden nach dem Diskobesuch, befragte die Polizei auch Sebastian S. Seine Aussagen waren allerdings zunächst wenig aufschlussreich. Er hatte nach LVZ-Informationen neben Alkohol und Drogen auch noch eine hohe Dosis Schlaftabletten geschluckt. Möglicherweise, so die Vermutungen heute, wollte sich der mutmaßliche Gewaltverbrecher das Leben nehmen.

Für die Ermittler ist das ein wichtiger Punkt. Sollten sie dem 23-Jährigen die Tötung nachweisen, müssten sie auch klären, ob er dabei klar im Kopf war. Im Rausch von Alkohol, Drogen und Tabletten könnte eine verminderte Schuldfähigkeit in Frage kommen. Im Extremfall ist auch gar keine Schuldfähigkeit denkbar, Sebastian S. dürfte dann zu keiner Haftstrafe verurteilt werden. Ihn würde dann allerdings, wie in solchen Fällen üblich, eine dauerhafte Einweisung in eine geschlossene medizinische Einrichtung erwarten. Laut Wittner müsse jetzt zunächst ein psychiatrisches Gutachten abgewartet werden.

Die Leiche von Jasmin wurde am Pfingstmontag an einem Waldstück nur wenige hundert Meter von Sebastians Wohnung entfernt gefunden. Offenbar wurde sie aber an einem anderen Ort umgebracht. Am Pfingstsonntag hatten Kinder in dem Forstabschnitt klappende Autotüren gehört. Weil die Schüler dort aber ohne Angelschein in einem Tümpel fischten, rannten sie aus Angst entdeckt zu werden fort. Die Vermutung der Kriminalisten: Der Täter wollte Wagen und Leiche in dem Gewässer versenken. Die Polizei fand die tote Jasmin schließlich einen Tag später und nahm kurz darauf Sebastian S. fest.

Andreas Debski / Matthias Roth

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