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Mysteriöser Leichenfund bei Torgau: Polizei schließt Verbrechen an 19-Jährigem nicht aus

Mysteriöser Leichenfund bei Torgau: Polizei schließt Verbrechen an 19-Jährigem nicht aus

Die Polizei entdeckte seine Leiche in einem meterhohen Brennnessel-Gebüsch, der Körper war halbnackt und stark verwest. Ein vermisster 19-Jähriger aus Polen ist am Donnerstag tot neben einem Rapsfeld in Belgern bei Torgau gefunden worden.

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Mit diesem Fahndungsfoto suchte die Leipziger Polizei nach Adrian K.. Jetzt wurde die Leiche des 19-jährigen Polen bei Belgern gefunen.

Quelle: Polizei

Torgau/Leipzig. Die Leipziger Kripo steht vor einem Rätsel.

Bereits seit Anfang Juni wurde der 19-jährige Adrian K. vermisst. In der vergangenen Woche hatte die Polizei ein Fahndungsfoto von ihm veröffentlicht. K. soll am Freitag vor Pfingsten mit drei Landsleuten – zwei Männern und einer 20-jährigen Frau – in einem Daewoo nach Deutschland gekommen sein. Bei Belgern kam es offenbar zu einem Streit. Die Fahrgemeinschaft trennte sich laut Polizei am Samstag, dem 7. Juni. Seitdem galt der 19-Jährige mit den kurzen blonden Haaren als spurlos verschwunden.

Ermittler stoßen bei Suche auf zweite Leiche

Bei einer Suchaktion der Beamten auf den Elbwiesen von Ammelgoßwitz, einem Orsteil von Belgern, waren zunächst der Rucksack, die Schuhe und das T-Shirt von K. in der Nähe eines Rapsfeldes gefunden worden. Die Polizei befürchtete deshalb, dass sich der Pole in einem hilflosen Zustand befindet und suchte mit einem Fahndungsfoto öffentlich nach dem Vermissten. Intensive Nachforschungen des Reviers Torgau und einer Hundestaffel brachten jedoch keinen Erfolg.

Am vergangenen Montag entdeckten die Beamten in der Nähe eine Leiche. Es handelte sich dabei jedoch um einen 53-jährigen Vermissten aus Berlin. „Ein Zusammenhang konnte ausgeschlossen werden“, sagte Polizeisprecherin Katharina Geyer gegenüber LVZ-Online. Die Suche nach Adrian K. wurde deshalb fortgesetzt. Die Wasserschutzpolizei fuhr die Elbe ab, auch ein Hubschrauber kam zum Einsatz – ohne Ergebnis. Am Donnerstag entschieden sich die Ermittler dann, das Rapsfeld, in dessen Nähe die Gegenstände des 19-Jährigen gefunden worden waren, abernten zu lassen. Anschließend machten sie den grausigen Fund.

19-Jähriger lag oberkörperfrei im Gestrüpp

„An einem angrenzenden Grünstreifen, der von über zwei Meter hohen Brennnesseln überwuchert wurde, nahmen die Beamten deutlichen Verwesungsgeruch wahr“, berichtete Geyer. Im Gestrüpp fanden sie die nur mit einer Jogginghose bekleidete Leiche des jungen Polen, die dort offenbar bereits seit Wochen lag.

Ein Verbrechen schließt die Polizei derzeit nicht aus. Wie eine Obduktion am Freitag ergab, starb der Mann jedoch nicht durch stumpfe Einwirkung von außen. „Er wurde nicht erschlagen, erschossen, erstochen oder erwürgt“, so Geyer. Die toxikologische Untersuchung – ob der 19-Jährige beispielsweise an Gift oder Drogen starb – steht jedoch noch aus. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, erklärte Geyer. Da der Leichnam in unwegsamem Gelände gefunden wurde, gilt ein Suizid als eher unwahrscheinlich.

Die Hintergründe des Falls, bei dem die Leipziger Polizei den Beamten aus Polen Amtshilfe leistet, sind bislang völlig unklar. Die drei Begleiter, mit denen der 19-Jährige unterwegs war, befinden sich wieder in Polen und auf freiem Fuß. Die 20-jährige Frau, die kein Deutsch spricht, war in der Nacht zu Pfingstmontag in Liebersee von Beamten aufgegriffen worden. „Sie befand sich in einem verwirrten Zustand, wirkte hilflos und wusste nicht wo sie war“, berichtete Polizeisprecherin Geyer. Die Vermisstenanzeige gab sie erst Tage nach dem Verschwinden ihres Bekannten auf – da war sie bereits wieder zurück in ihrer polnischen Heimat Legnica (Niederschlesien).

Robert Nößler

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