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Nächtliche Attacke auf LVZ-Geschäftsstelle in Eilenburg – Staatsschutz ermittelt

Nächtliche Attacke auf LVZ-Geschäftsstelle in Eilenburg – Staatsschutz ermittelt

Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Freitag einen Anschlag auf die Geschäftsstelle und die Lokalredaktion der Leipziger Volkszeitung in der 15.000-Einwohnerstadt Eilenburg verübt.

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Quelle: Steffen Brost

Eilenburg. Die Täter warfen gegen 0.45 Uhr fünf große Feldsteine in die Scheiben des Gebäudes, beschmierten die Fassade mit einer braun-schwarzen Flüssigkeit und schrieben in blauen Lettern „Lügenpresse“ an die Eingangstür. Verletzt wurde niemand. Polizei und Staatsschutz ermitteln.

Das laute Klirren von Scheiben hatte Anwohner kurz vor 1 Uhr aus dem Schlaf gerissen, sie riefen die Polizei. Auch die Alarmanlage sprang an. Offenbar hatten die Täter zunächst die braunschwarze Flüssigkeit an die Wand geworfen, dann mit Steinen geschmissen. An das mittlere Fenster schmierten die Täter mit blauer Farbe den Schriftzug „Lügenpresse“. Im Inneren der beiden im Erdgeschoss liegenden Räume war der Fußboden im Bereich der Fenster mit Glassplittern übersät. Die Steine lagen inmitten der Zimmer, einer hatte zudem Schäden auf einem Schreibtisch hinterlassen. Noch in der Nacht kamen Regionalverlagsleiterin Kerstin Friedrich und weitere Mitarbeiter zur Geschäftsstelle. „Wir sind sehr schockiert und sprachlos über diesen brutalen Gewaltakt. Zum Glück ist niemand verletzt worden. Solche Taten sind immer bedrückend, besonders jedoch im eher beschaulichen Umfeld einer Stadt wie Eilenburg“, so Kerstin Friedrich.

Beamte der Kriminalpolizei sicherten noch in der Nacht Spuren, nahmen die Steine als Beweisstücke mit. Danach begannen die Reinigungs- und Aufräumarbeiten. Pünktlich um 9 Uhr konnte die Geschäftsstelle wieder öffnen, auch in der Redaktion wurde die Arbeit wieder aufgenommen. LVZ-Chefredakteur Jan Emendörfer zeigte sich bestürzt über den Angriff:  „Wir sind für einen kritischen Umgang mit der LVZ und stellen uns auch der Diskussion. Aber was in Eilenburg geschehen ist, ist nicht zu tolerieren.“ Die Attacke sei nicht nur ein Anschlag gegen die Leipziger Volkszeitung, sondern auch gegen die Pressefreiheit an sich. „Wir gehen davon aus, dass Polizei und Staatsschutz jetzt zügig ermitteln“, so Emendörfer weiter.

Eilenburgs Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos) sagte: „Was jetzt passiert ist, stellt eine völlig neue Qualität dar. Ich hoffe, dass die Ermittlungen der Polizei Erfolg haben.“ Schon in der Vergangenheit hatte es Angriffe auf LVZ-Lokalredaktionen gegeben, so 2007 in Borna und 2012 in Geithain. Am 30. Dezember 2009 gab es einen Überfall auf das Büro der Redaktion in Leisnig. Ein rechtsradikaler 32-Jähriger hatte mit einer Axt Schaufenster und Eingangstür des Büros der Lokalzeitung zerschlagen und Computertechnik zertrümmert.

 

Die Polizei sucht Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt oder den unbekannten Tätern geben können. Wer hat nach Mitternacht Personen oder Fahrzeuge im Bereich Torgauerstraße beobachtet? Zeugen werden gebeten, sich bei der Kriminalaußenstelle Torgau, Husarenpark 21 oder telefonisch unter (0341) 75 63 25 zu melden.

Von Kathrin Kabelitz und Frank Pfütze

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