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Offenbar früher schon mehrere Spuren vom Neonazi-Trio in Sachsen - Ermittler schweigen

Offenbar früher schon mehrere Spuren vom Neonazi-Trio in Sachsen - Ermittler schweigen

Im Fall des Neonazi-Trios prüfen Ermittler laut einem Medienbericht, ob der 2004 verübte Kölner Nagelbombenanschlag mit in Thüringen gestohlenem Sprengstoff verübt wurde.

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Zielfahnder hatten das Neonazi-Trio aufgespürt.

Quelle: Frank Doebert

Erfurt/Jena. Einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge waren 1991 aus einem Bundeswehr-Depot nahe Kahla rund 40 Kilogramm des Sprengstoffs TNT gestohlen worden. Fahnder hätten inzwischen herausgefunden, dass die von den Rechtsextremisten gebauten Rohrbomben, die 1998 in einer Jenaer Garage gefunden wurden, mit dem TNT aus dem Bundeswehrdepot gefertigt wurden. Die Ermittler befürchten jetzt, dass auch die restlichen 38 Kilogramm Sprengstoff in den Händen von Neonazis sein könnten.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat sich erstmals öffentlich für ein Verbot der rechtsextremen NPD stark gemacht. „Wir müssen alles tun, um die Aktivitäten der NPD zu unterbinden. Dazu gehört auch, ein Verbot der NPD zu beantragen. Ohne Wenn und Aber, ohne taktische Überlegungen. Mit klarem Kopf und auch mit einem offenem Visier“, sagte Tillich am Samstag auf einem Landesparteitag der CDU in Plauen. Er werde sich für einen NPD-Verbotsantrag einsetzen. „Jetzt ist es Zeit, jetzt ist die Stunde dies zu tun. Wir sind dies den Opfern der rechtsterroristischen Gewalt schuldig. Die NPD gehört verboten. Punkt“, fügte Tillich hinzu.

Unterstützung erfuhr er dabei von Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer. „Ich bin ein nachdrücklicher Verfechter des NPD-Verbots“, sagte Seehofer als Gastredner in Plauen. Er sprach von einer „Verpflichtung, den ideologischen Nährboden auszutrocknen, und zwar mit Stumpf und Stiel“.

Der von Zwickau aus operierenden rechtsextremistischen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) werden Morde an zehn Menschen sowie die Verantwortung für mehrere Anschläge angelastet. Medienberichten zufolge war die Bundesanwaltschaft schon Ende der 1990er Jahre mit dem Fall des aus Jena stammenden Trios befasst.

So berichtet das Nachrichtenmagazin „Spiegel“, dass das Bundeskriminalamt im März 1999 die Karlsruher Behörde unterrichtete. Die Bundesanwaltschaft habe damals jedoch keinen Anlass gesehen, die Ermittlungen wegen Terrorverdachts an sich zu ziehen. Sie habe sich einer Einschätzung der Geraer Staatsanwaltschaft angeschlossen. Diese habe Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe als „ein loses Geflecht von Einzeltätern“ eingestuft.

Auch verdichten sich Indizien, dass es mehrere Spuren von den 1998 Abgetauchten gegeben hat. So belegt laut dem Nachrichtenmagazin „Focus“ ein Observationsfoto von 2001, dass Thüringer Zielfahnder die Bombenbauer bereits vor zehn Jahren in Sachsen aufgespürt hatten.

Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sollen deutsche Zielfahnder die Untergetauchten im September 1998 im ungarischen Budapest und im August 2000 in Bulgarien geortet haben. Ermittler halten es dem Bericht zufolge für möglich, dass Böhnhardt und Mundlos, die sich am 4. November dieses Jahres nach einem Banküberfall in Eisenach selbst töteten, den Umgang mit verschiedenen Waffen im Ausland trainiert haben.

Der Thüringer Generalstaatsanwalt Hartmut Reibold hatte bereits vor wenigen Tagen eingeräumt, dass sich Zielfahnder den mutmaßlichen Terroristen „ganz nahe fühlten“. In den Jahren zuvor hatten die Thüringer Sicherheitsbehörden immer wieder beteuert, keine Spur von den untergetauchten Neonazis zu haben. So erklärte beispielsweise ein Sprecher das Innenministeriums im September 2003: „Auch alle Bemühungen des Verfassungsschutzes blieben erfolglos, den Aufenthaltsort der mutmaßlichen Bombenbastler zu ermitteln. Es ist schon enttäuschend, dass bei den sonst hohen Fahndungserfolgen die mutmaßlichen Bombenleger nicht dingfest gemacht werden konnten.“

dpa

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