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Polizei findet Chemikalie bei Anti-Terror-Einsatz

Razzia in Leipzig und anderen Städten Polizei findet Chemikalie bei Anti-Terror-Einsatz

Laptops, Handys, Festplatten, Bank-Unterlagen: Umfangreiches Beweismaterial wurde am Dienstag bei Anti-Terror-Razzien fünf Bundesländern, darunter auch in Leipzig, beschlagnahmt. Auch geringe Mengen der Chemikalie Wasserstoffperoxid fanden die Ermittler.

Die Polizei stellte wie hier in Jena diverses Beweismaterial sicher.
 

Quelle: dpa

Erfurt/Leipzig.  Bei dem Anti-Terror-Einsatz der Polizei in fünf Bundesländern haben die Ermittler kleine Mengen der Chemikalie Wasserstoffperoxid gefunden. Wegen der geringen Konzentration könne man nicht davon ausgehen, dass sie gefährlich sei, teilte das Landeskriminalamt (LKA) am Mittwoch in Erfurt mit. Die Chemikalie ist eine mögliche Zutat für Sprengkörper. Sie war laut LKA in der Wohnung eines Beschuldigten entdeckt worden.

Die Polizei hatte am Dienstag zwölf Wohnungen und eine Gemeinschaftsunterkunft durchsucht, unter anderem in Leipzig-Eutritzsch, aber auch in Thüringen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Bayern. In welcher Stadt die Polizei die Chemikalie sicherstellte, teilte das LKA nicht mit. Eine Sprecherin verwies auf die Staatsanwaltschaft Gera, die ebenfalls zunächst keine Angaben machte. Bei dem Einsatz hatten die Ermittler auch ein weißes Pulver gesichert, das sich später als Maismehl und damit als harmlos herausstellte.

Dutzende Laptops und Handys sichergestellt

Die Beamten werten nach wie vor umfangreiches Beweismaterial aus. Das werde mehrere Wochen in Anspruch nehmen, sagte die Sprecherin. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben 32 Laptops und Computer, 31 Handys, Festplatten, USB-Sticks und mehrere Tausend Euro Bargeld beschlagnahmt. Die Auswertung gestalte sich „anspruchsvoll und aufwendig“, erklärte sie. Die Sprecherin verwies auf „die zum Teil aus Osteuropa stammende Computertechnik“ und in Fremdsprachen verfasste Informationen, die erst übersetzt werden müssten.

Ermittelt wird gegen 14 Tschetschenen aus Russland. Sie stehen im Verdacht, zur Terrorfinanzierung beigetragen zu haben. Thüringens LKA-Präsident Frank-Michael Schwarz hatte nach Ende des Einsatzes gesagt: „Es geht darum festzustellen, in wieweit Gelder für terroristische Aktivitäten gesammelt wurden und wie die Finanzströme verliefen.“ 400 Polizisten wurden in Thüringen, Hamburg, Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen eingesetzt.

Hauptverdächtig ist den Angaben nach ein 28-jähriger Tschetschene mit russischem Pass, der als Asylbewerber im thüringischen Suhl lebt. Er wurde bei der Aktion vernommen. Festnahmen gab es laut LKA nicht. Auch die anderen Verdächtigen - zehn Männer und drei Frauen im Alter zwischen 21 und 31 Jahren - lebten als Asylsuchende in Deutschland.

Polizei durchleuchtet Umfeld von Verdächtigem in Leipzig

Im Leipziger Stadtteil Eutritzsch hatten die Ermittler einen Tschetschenen mit russischer Staatsbürgerschaft im Visier. Der Mann (26) sei eigentlich in Thüringen gemeldet, hielt sich aber bei Bekannten in Leipzig auf, so die Behörden. Nach LVZ-Informationen sollen nun auch die hiesigen Kontakte des Tschetschenen durchleuchtet werden.

Ob die Bekannten des Terrorverdächtigen im Stadtteil Eutritzsch nur dessen Gastgeber waren oder ebenfalls Verbindungen zu dem Terrornetzwerk haben, sei Gegenstand weiterer Ermittlungen, hieß es aus Behördenkreisen, das werde „natürlich überprüft“.

Laut Staatsanwaltschaft lagen zunächst keine Gründe dafür vor, einen Haftbefehl zu beantragen. Ob sich das ändere, werde nun die Auswertung der Beweismittel ergeben, erklärte ein Sprecher. Gründe dafür seien unter anderem Fluchtverdacht und -gefahr.

Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) hatte verlangt, dass die laufenden Asylverfahren zügig abgeschlossen werden. Damit würden die Voraussetzungen für eine Abschiebung geschaffen, erklärte der Minister nach dem Einsatz.

Von dpa/F.D.

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