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Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche in den Regionen Leipzig und Dresden

Angebliche Post von der Staatsanwaltschaft Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche in den Regionen Leipzig und Dresden

Mit einer neuen Betrugsmasche versuchen Kriminelle derzeit, vorwiegend Senioren im Raum Leipzig und Dresden um ihr Geld zu bringen. Seit mehreren Wochen versenden Unbekannte angebliche Briefe von Berliner Staatsanwälten und Gerichten und fordern hohe Summen.

In dem angeblichen Gerichtsbeschluss fordern die Betrüger eine Geldsumme.

Quelle: privat

Leipzig. Betrüger versuchen derzeit mit einer neuen Betrugsmasche, vorwiegend Senioren im Raum Leipzig und Dresden um ihr Geld zu bringen. Bei den Opfern gingen angebliche Briefe der Berliner Staatsanwaltschaft oder von Gerichten mit einer Geldforderung ein. Die sächsische Polizei hat bereits entsprechende Warnungen im Internet ausgesprochen. Auch bei der Polizeidirektion Leipzig ist man hellhörig geworden und warnt vor der neuen Betrugsmasche. „Die lassen sich immer wieder etwas anderes einfallen“, so Sprecher Alexander Bertram zu LVZ.de.

Bei den aktuellen Fällen handelt es sich anscheinend um zwei unterschiedliche Maschen mit ähnlicher Vorgehensweise. So erhielt eine Leipzigerin Ende Juli den Brief einer angeblichen „Gerichtsvollziehererteilungsstelle“ mit einer Berliner Adresse als Absender. Darin enthalten war ein Zahlungsbefehl über insgesamt 349,36 Euro. Ein Grund für die Zahlung wird nicht genannt, dafür wird mit Pfändung und Kontosperrung gedroht, auch ein Überweisungsschein ist angefügt.

Stempel von Gerichten – doch der Name fehlt

Auf den ersten Blick wirkt das Schreiben, das der LVZ vorliegt und aus zwei Seiten besteht, durchaus echt. Es ist im behördlichen Stil verfasst und weist zwei Stempel samt Unterschrift auf. Doch bei einer genaueren Überprüfung kommen schnell Zweifel über die Echtheit des Schreibens auf. So ist einer der Stempel angeblich von einem Amtsgericht, der Name des Ortes allerdings nicht mehr zu erkennen. Auf der zweiten Seite wiederum prangt ein Stempel des Landgerichts Bayern, wobei der Landesname kaum zu erkennen ist. Zudem strotzt das Schreiben vor Rechtschreibfehlern.

Die angebliche Geldforderung soll laut dem Brief von einer „Adenauer Consulting“ eingetrieben werden. Neben den Kontodaten ist außerdem die Handynummer einer „Anwältin Adenauer“ angegeben. Unter der Nummer ist allerdings niemand zu erreichen, im Internet wird sie in verschiedenen Berichten bereits als nicht vertrauenswürdig eingeschätzt. Die IBAN auf dem Überweisungsschein wiederum gehört zu einer spanischen Bank aus der Region Barcelona.

Nummer mit hohen Gebühren

Bei der Polizei ist der vorliegende Fall bisher nicht bekannt, dafür sind zwei ähnliche Schreiben aus Bad Düben zur Anzeige gebracht worden und mindestens zwölf aus Dresden und dem Umland, die den gleichen Wortlaut enthalten. „Aber die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher“, sagt Sprecher Marko Laske von der Polizeidirektion Dresden. Auch in Thüringen hat die Polizei solche Briefe registriert, unterschiedlich sind dort bloß die Geldsumme und der angebliche Sitz der Staatsanwaltschaft – in diesem Fall in Frankfurt.

In den in Sachsen aufgetauchten Briefen fordern die Absender – angeblich die Berliner Staatsanwaltschaft – die Zahlung einer Geldstrafe von 18.600 Euro, auch eine Anzahlung von 6.200 Euro sei möglich. Die Krux dabei: Eine IBAN-Nummer ist gar nicht erst angegeben. „Eine derartig hohe Summe würde wohl eh niemand überweisen“, so Sprecher Laske. Stattdessen können sich die potentiellen Opfer bei einer Telefonnummer melden. Laut Laske werden bei einem Anruf dann deutlich erhöhte Gesprächskosten fällig.

Bei der Leipziger Polizei laufen die Ermittlungen zu den Fällen erst an, in Dresden sind die Beamten schon einen Schritt weiter. „Der Inhaber der Nummer sitzt in Berlin“, so der Polizeisprecher. An die Hintermänner zu kommen, sei aber meist schwierig. Auffällig ist: Die Briefe sind meist an Menschen mit einem älter klingenden Namen adressiert. Laske vermutet, dass die Betrüger darauf bauen, dass diese eher leichtgläubig sind oder Zusammenhänge nicht mehr in jedem Fall auf den ersten Blick erkennen. In Bad Düben landete eines der gefälschten Schreiben bei einer 83-Jährigen, in einem weiteren Fall war der Empfänger bereits verstorben. Polizeisprecher Bertram aus Leipzig rät Menschen, bei denen eine angebliche Geldforderung der Staatsanwaltschaft im Briefkasten landen, Vertrauenspersonen heranzuziehen und mit diesen gemeinsam die Echtheit eines solchen Schreibens zu überprüfen. Gegebenenfalls sollten sich die Opfer dann an die Polizei wenden.

Laut Bertram ändern sich die Betrugsmaschen übrigens regelmäßig. Sie kämen immer in Wellen und hätten den klassischen Enkeltrick teilweise abgelöst: „Zuletzt waren es angebliche Polizisten, nun ist es eben die Staatsanwaltschaft“, so Bertram.

Von Lucas Grothe

Leipzig 51.3396955 12.3730747
Leipzig
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