Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Polizist: Kollege stocherte mit Harke im NSU-Wohnmobil

Zeugenvernehmung Polizist: Kollege stocherte mit Harke im NSU-Wohnmobil

Seit längerem steht der Polizeieinsatz nach dem Auffliegen der Terrorzelle NSU in der Kritik. Vor allem die Spurensicherung sei mangelhaft gewesen, heißt es. Solche Kritik hat nun neue Nahrung bekommen.

Symbolbild

Quelle: Archiv

Erfurt. Vor dem Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss hat ein Polizist weitere Details zur Spurensicherung im ausgebrannten Wohnmobil der mutmaßlichen Terroristen geschildert. Der damalige Polizeiführer habe mit «einer Art Gartenharke» im Inneren des Wohnmobils gearbeitet, in dem am 4. November 2011 die Leichen von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gefunden worden waren, sagte ein damals an dem Einsatz beteiligter Polizist am Freitag in Erfurt.

Dieses Verhalten sei unüblich gewesen und ihm auch deshalb aufgefallen, sagte der Polizist. Aus seiner Sicht ebenfalls ungewöhnlich sei gewesen, dass der Polizeiführer im Wohnmobil gestanden habe, als er mit der Harke arbeitete. Der Polizeieinsatz beim Auffliegen des NSU steht seit längerem in der Kritik. Einer der Hauptvorwürfe: Polizisten sollen grundlegende Regeln der Spurensicherung missachtet haben.

Der Nationalsozialistische Untergrund war aufgeflogen, nachdem Mundlos und Böhnhardt in Eisenach Ende 2011 eine Sparkasse überfallen hatten. Anschließend wurden sie von der Polizei gestellt. Nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse töteten sie sich dann selbst. Ihre mutmaßliche Komplizin Beate Zschäpe steht derzeit in München vor Gericht.

Mitglieder des Untersuchungsausschusses ebenso wie Zeugen des Gremiums hatten in den vergangenen Monaten immer wieder hinterfragt, ob es zum Beispiel richtig war, das zerstörte Wohnmobil in die Halle eines Abschleppunternehmens bringen zu lassen, ohne die Leichen von Mundlos und Böhnhardt zuvor aus dem Fahrzeug zu bergen.

Der am Freitag als Zeuge vernommene Beamte erklärte, die Bergung der Leichen habe sich auch in der Halle des Abschleppunternehmens schwierig gestaltet. Die Leiche Böhnhardts beispielsweise habe auf einer Waffe gelegen. Beim Herausheben seines Körpers habe immer die Gefahr bestanden, dass sich ein Schuss löse.

LVZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Mitteldeutschland
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr